Im Deutschen gibt es verschiedene Arten von Relativsätzen. Viele Lernende kennen zuerst Sätze mit „der“, „die“ und „das“, zum Beispiel: „Das ist der Mann, der hier arbeitet.“ Später lernt man auch Was-Relativsätze. Diese Sätze sind sehr nützlich, weil man mit ihnen auf ganze Aussagen, auf unbestimmte Wörter oder auf Dinge ohne klares Nomen verweisen kann. Auf B2-Niveau sollte man solche Strukturen gut verstehen und anwenden können. Auch wenn du noch auf A1–A2-Niveau lernst, kannst du die Grundidee schon einfach und Schritt für Schritt verstehen. In diesem Text lernst du, was Was-Relativsätze sind, wann man sie benutzt und wie man sie mit einfachen Beispielen richtig bildet.
Was ist ein Was-Relativsatz?
Die Grundidee einfach erklärt
Ein Was-Relativsatz ist ein Relativsatz mit dem Wort „was“. Er gibt zusätzliche Informationen. Anders als normale Relativsätze mit „der“, „die“ oder „das“ bezieht sich „was“ oft nicht auf ein normales Nomen mit Artikel, sondern auf etwas Allgemeines, Unbestimmtes oder auf einen ganzen Satz.
Beispiele:
- Alles, was du sagst, ist wichtig.
- Das, was ich meine, ist ganz einfach.
- Er hat die Prüfung bestanden, was mich sehr gefreut hat.
In diesen Sätzen gibt der Was-Relativsatz genauere Informationen.
Warum diese Sätze wichtig sind
Mit Was-Relativsätzen kannst du natürlicher und genauer sprechen. Du kannst damit auf Ideen, Aussagen oder unbestimmte Dinge verweisen. Das ist besonders nützlich in Gesprächen, Erklärungen und Texten.
- Du kannst allgemeine Dinge genauer beschreiben.
- Du kannst auf ganze Aussagen reagieren.
- Du klingst genauer und natürlicher.
- Du verstehst anspruchsvollere Texte besser.
Wann benutzt man „was“ als Relativpronomen?
Nach „alles“, „nichts“, „etwas“, „vieles“, „manches“
Sehr oft benutzt man „was“ nach unbestimmten Wörtern. Das sind zum Beispiel:
- alles
- nichts
- etwas
- vieles
- manches
Beispiele:
- Alles, was ich hier lerne, ist nützlich.
- Nichts, was er sagt, überrascht mich.
- Etwas, was ich nicht verstehe, ist diese Regel.
- Vieles, was wir im Unterricht machen, hilft mir im Alltag.
- Manches, was man am Anfang schwer findet, wird später leichter.
Hier ist „was“ ganz normal und richtig.
Nach „das“ als Hinweiswort
Auch nach „das“ kann man oft „was“ benutzen. Dann meint man meist eine Sache oder eine Idee allgemein.
Beispiele:
- Das, was du sagst, stimmt.
- Das, was wir brauchen, ist mehr Zeit.
- Das, was ich gestern gesehen habe, war sehr interessant.
Diese Struktur ist sehr häufig und nützlich.
„Was“ für einen ganzen Satz oder Gedanken
Auf eine ganze Aussage verweisen
Manchmal bezieht sich „was“ nicht nur auf ein Wort, sondern auf einen ganzen Satz. Dann bedeutet es ungefähr: „und das“ oder „das hat …“
Beispiele:
- Er hat mir sofort geholfen, was sehr nett war.
- Wir haben den Zug verpasst, was wirklich ärgerlich war.
- Sie spricht schon sehr gut Deutsch, was mich beeindruckt.
Hier bezieht sich „was“ auf die ganze Aussage davor.
Warum diese Form nützlich ist
Mit dieser Struktur kannst du auf eine Information reagieren, ohne alles zu wiederholen.
Vergleich:
- Er hat mir sofort geholfen. Das war sehr nett.
- Er hat mir sofort geholfen, was sehr nett war.
Der zweite Satz klingt flüssiger und natürlicher.
„Was“ und „das“ – was ist der Unterschied?
„Das“ als Artikel oder Pronomen
„Das“ kann ein Artikel oder ein Pronomen sein.
Beispiele:
- Das Buch ist interessant.
- Das gefällt mir.
Hier ist „das“ kein Relativpronomen mit der Bedeutung von „was“.
„Was“ als Relativpronomen
„Was“ benutzt man nicht einfach für jedes Nomen. Nach einem normalen Nomen mit Artikel benutzt man meistens „der“, „die“ oder „das“.
Vergleich:
- Das Buch, das ich lese, ist spannend.
- Alles, was ich lese, ist spannend.
Im ersten Satz bezieht sich der Relativsatz auf „das Buch“. Deshalb steht „das“. Im zweiten Satz bezieht er sich auf „alles“. Deshalb steht „was“.
Wann benutzt man nicht „was“?
Nicht nach normalen Nomen mit Artikel
Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Viele Lernende machen hier Fehler. Nach normalen Nomen mit Artikel benutzt man meistens nicht „was“.
Beispiele:
- richtig: Das ist das Buch, das ich lese.
- falsch: Das ist das Buch, was ich lese.
- richtig: Das ist die Frau, die hier arbeitet.
- falsch: Das ist die Frau, was hier arbeitet.
„Was“ passt also nicht einfach für Personen oder konkrete Nomen mit Artikel.
Die richtige Frage hilft
Wenn du ein klares Nomen mit Artikel hast, brauchst du meist „der“, „die“ oder „das“.
- der Mann → der
- die Frau → die
- das Buch → das
Wenn du etwas Allgemeines oder Unbestimmtes meinst, ist oft „was“ richtig.
- alles → was
- nichts → was
- etwas → was
- das → oft was
Die Wortstellung im Was-Relativsatz
Das Verb steht am Ende
Wie in anderen Relativsätzen steht das Verb auch im Was-Relativsatz am Ende.
Beispiele:
- Alles, was ich brauche, ist etwas Ruhe.
- Das, was du erklärst, verstehe ich gut.
- Er hat den Test bestanden, was mich gefreut hat.
Die Verben am Ende sind:
- brauche
- erklärst
- hat
Das Komma ist wichtig
Vor dem Relativsatz steht ein Komma.
- Alles, was du sagst, klingt logisch.
- Das, was wir suchen, ist hier.
- Sie kam pünktlich, was selten ist.
Das Komma darf man nicht vergessen.
Typische Strukturen mit „was“
Mit unbestimmten Wörtern
Diese Strukturen sind besonders häufig:
- alles, was …
- nichts, was …
- etwas, was …
- vieles, was …
- manches, was …
Beispiele:
- Alles, was wir heute lernen, ist wichtig.
- Nichts, was du gesagt hast, war falsch.
- Etwas, was ich noch üben muss, ist die Aussprache.
- Vieles, was im Buch steht, kenne ich schon.
- Manches, was schwierig wirkt, ist eigentlich ganz logisch.
Mit „das, was“
Auch diese Form ist sehr typisch:
- Das, was ich meine, ist nicht kompliziert.
- Das, was du suchst, liegt auf dem Tisch.
- Das, was wir gestern besprochen haben, ist noch wichtig.
Diese Struktur klingt oft klar und natürlich.
„Was“ mit Präpositionen
Wenn eine Präposition nötig ist
Auch Was-Relativsätze können eine Präposition haben. Dann steht oft eine Form mit „wo-“ oder die Präposition vor „was“, besonders in formeller Sprache.
Beispiele:
- Das ist etwas, woran ich oft denke.
- Alles, wovon er spricht, klingt interessant.
- Das war etwas, über das wir lange diskutiert haben.
Hier sieht man, dass auch bei „was“ Präpositionen wichtig sein können.
Typische Formen
- woran
- worauf
- womit
- wovon
- worüber
Beispiele:
- Das ist etwas, worüber ich mich freue.
- Alles, woran ich arbeite, ist im Computer gespeichert.
- Nichts, wovor du Angst hast, ist wirklich gefährlich.
Was-Relativsätze im Alltag
Über Dinge allgemein sprechen
Im Alltag benutzt man Was-Relativsätze oft, wenn man allgemein über Ideen oder Erfahrungen spricht.
- Alles, was ich heute mache, dauert länger als geplant.
- Das, was du gekocht hast, schmeckt sehr gut.
- Nichts, was ich hier sehe, ist langweilig.
Auf Aussagen reagieren
Sehr häufig ist auch die Form, mit der man auf einen ganzen Satz reagiert.
- Er hat den Bus verpasst, was sehr ärgerlich war.
- Sie hat sofort geantwortet, was mich überrascht hat.
- Wir haben das Problem gelöst, was alle gefreut hat.
So kannst du deine Sprache flüssiger machen.
Vergleich: zwei Sätze oder ein Was-Relativsatz
Einfacher Satz und verbundener Satz
Vergleiche diese Beispiele:
- Sie hat den Test bestanden. Das hat mich gefreut.
- Sie hat den Test bestanden, was mich gefreut hat.
- Ich brauche Ruhe. Das ist wichtig.
- Das, was ich brauche, ist Ruhe.
Mit Was-Relativsätzen verbindest du Informationen besser.
Warum das auf B2-Niveau wichtig ist
Auf höherem Niveau reicht es nicht, nur viele kurze Sätze zu machen. Man soll Informationen verbinden und genauer ausdrücken. Genau dabei helfen Was-Relativsätze.
- Sie machen Texte flüssiger.
- Sie machen Aussagen genauer.
- Sie helfen beim Zusammenfassen und Kommentieren.
Kurzer Lesetext
Jonas besucht seit einigen Monaten einen Deutschkurs. Alles, was er dort lernt, versucht er sofort im Alltag zu benutzen. Besonders wichtig ist für ihn das, was die Lehrerin über Satzbau erklärt. Manches, was am Anfang schwer war, versteht er inzwischen viel besser. Letzte Woche hat er einen kurzen Text geschrieben, was ihn stolz gemacht hat. Auch seine Aussprache ist besser geworden, was seine Lehrerin bemerkt hat. Jonas merkt, dass Was-Relativsätze ihm helfen, Gedanken klarer und natürlicher auszudrücken.
Wichtige Was-Relativsätze aus dem Lesetext
- Alles, was er dort lernt
- das, was die Lehrerin über Satzbau erklärt
- Manches, was am Anfang schwer war
- …, was ihn stolz gemacht hat
- …, was seine Lehrerin bemerkt hat
Einfache Dialoge
Dialog über Lernen
A: Verstehst du alles, was die Lehrerin erklärt?
B: Nicht alles, aber vieles.
A: Und was hilft dir am meisten?
B: Das, was wir oft wiederholen.
Dialog über eine Aussage
A: Paul hat die Prüfung bestanden.
B: Wirklich?
A: Ja, was mich sehr gefreut hat.
B: Das ist schön.
Dialog über etwas Unklares
A: Gibt es etwas, was du noch nicht verstehst?
B: Ja, etwas, was ich noch üben muss, ist die Wortstellung.
A: Das ist normal.
B: Ja, aber es wird langsam besser.
Dialog über einen Gegenstand
A: Ist das, was du suchst, auf dem Tisch?
B: Ja, genau das suche ich.
A: Gut.
B: Danke, ich habe es zuerst nicht gesehen.
Wortschatz zum Thema Was-Relativsätze
- der Relativsatz = ein Satz, der etwas genauer beschreibt
- das Relativpronomen = ein Wort wie der, die, das oder was
- allgemein = nicht genau auf eine einzelne Sache bezogen
- unbestimmt = nicht ganz klar oder nicht genau genannt
- die Aussage = das, was jemand sagt
- der Gedanke = eine Idee im Kopf
- der Hinweis = eine Information
- die Reaktion = Antwort auf etwas
- verbinden = zusammenbringen
- genauer = klarer und präziser
Nützliche Satzmuster
Mit unbestimmten Wörtern
- Alles, was …
- Nichts, was …
- Etwas, was …
- Vieles, was …
- Manches, was …
Beispiele:
- Alles, was ich höre, ist neu für mich.
- Nichts, was du sagst, ist falsch.
- Etwas, was ich mag, ist ruhige Musik.
- Vieles, was wir lesen, ist interessant.
- Manches, was schwer aussieht, ist eigentlich einfach.
Mit „das, was“
- Das, was ich brauche, …
- Das, was du sagst, …
- Das, was wir gestern gesehen haben, …
Beispiele:
- Das, was ich brauche, ist etwas Ruhe.
- Das, was du sagst, stimmt.
- Das, was wir gestern gesehen haben, war sehr interessant.
Als Reaktion auf einen ganzen Satz
- …, was mich freut.
- …, was schwierig war.
- …, was ich gut finde.
Beispiele:
- Sie hat sofort geholfen, was mich sehr gefreut hat.
- Wir kamen zu spät, was nicht gut war.
- Er hat alles ruhig erklärt, was ich gut fand.
Typische Fehler
„Was“ nach normalen Nomen benutzen
Das ist ein sehr häufiger Fehler.
- falsch: Das ist das Buch, was ich lese.
- richtig: Das ist das Buch, das ich lese.
- falsch: Das ist die Frau, was hier arbeitet.
- richtig: Das ist die Frau, die hier arbeitet.
Nach normalen Nomen mit Artikel benutzt man meistens „der“, „die“ oder „das“.
Das Verb nicht ans Ende setzen
Auch im Was-Relativsatz steht das Verb am Ende.
- falsch: Alles, was ich brauche ist Ruhe.
- richtig: Alles, was ich brauche, ist Ruhe.
- falsch: Das, was du sagst stimmt.
- richtig: Das, was du sagst, stimmt.
Komma vergessen
Vor dem Relativsatz steht ein Komma, und oft steht auch nach dem Relativsatz noch ein Komma, wenn der Hauptsatz weitergeht.
- richtig: Alles, was ich sehe, ist neu.
- richtig: Das, was du erklärt hast, war hilfreich.
„Was“ und „das“ nicht unterscheiden
Viele Lernende verwechseln diese beiden Wörter. Merke dir:
- „das“ = Artikel, Pronomen oder normales Relativpronomen
- „was“ = oft nach unbestimmten Wörtern oder für ganze Aussagen
Kleine Schreibhilfe
- Alles, was ich …
- Nichts, was du …
- Etwas, was wir …
- Das, was ich meine, …
- Das, was du suchst, …
- …, was mich freut.
- …, was ich interessant finde.
- …, was nicht einfach war.
Mit Was-Relativsätzen kannst du im Deutschen allgemeine Dinge, unbestimmte Informationen und ganze Aussagen klarer ausdrücken. So werden deine Sätze natürlicher, flüssiger und genauer.
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