In diesem Text lernst du, wie man das Passiv in wissenschaftlichen und formellen Texten richtig verwendet. Das Thema ist wichtig, weil das Passiv in solchen Texten sehr häufig vorkommt. Mit dem Passiv kann man Handlungen sachlich und neutral ausdrücken. Oft ist nicht wichtig, wer etwas macht, sondern was gemacht wird. Genau das ist in Berichten, Anleitungen, wissenschaftlichen Texten und formellen Schreiben oft sehr nützlich. Schritt für Schritt lernst du hier wichtige Formen, typische Beispiele und passende Redemittel.
Was ist das Passiv?
Das Passiv ist eine Verbform. Im Passiv steht nicht die handelnde Person im Mittelpunkt, sondern die Handlung oder das Ergebnis.
Einfaches Beispiel
Aktiv: Die Lehrerin erklärt die Regel.
Passiv: Die Regel wird erklärt.
Im Aktiv ist die Lehrerin wichtig.
Im Passiv ist die Regel wichtig.
Einfach erklärt
Man benutzt das Passiv oft, wenn die Person nicht wichtig ist, nicht bekannt ist oder nicht genannt werden soll.
Wichtige Wörter
- das Passiv
- das Aktiv
- die Handlung
- der Vorgang
- der Zustand
- sachlich
- neutral
- formell
- wissenschaftlich
- beschreiben
Warum ist das Passiv in formellen Texten wichtig?
In wissenschaftlichen und formellen Texten will man oft neutral und objektiv klingen. Das Passiv hilft dabei. Es lenkt die Aufmerksamkeit auf den Inhalt und nicht auf die Person.
Beispiele
Die Daten werden analysiert.
Die Ergebnisse werden dargestellt.
Das Formular wird ausgefüllt.
Die Regeln werden erklärt.
Einfach erklärt
Diese Sätze klingen sachlich. Man liest sofort, was passiert. Wer genau etwas macht, ist hier nicht das Wichtigste.
Wo benutzt man das Passiv besonders oft?
Das Passiv kommt in vielen Bereichen vor, aber besonders oft in wissenschaftlichen und formellen Texten.
Typische Situationen
- in wissenschaftlichen Arbeiten
- in Berichten
- in Anleitungen
- in Prüfungen
- in offiziellen Schreiben
- in Nachrichten
Beispiele
Im ersten Teil der Untersuchung werden die Ergebnisse beschrieben.
Die Daten wurden sorgfältig ausgewertet.
Zuerst wird die Aufgabe gelesen, danach wird sie bearbeitet.
Der Antrag muss vollständig ausgefüllt werden.
Das Vorgangspassiv in formellen Texten
Das Vorgangspassiv zeigt eine Handlung oder einen Prozess. Es wird mit werden und dem Partizip II gebildet.
Bildung
werden + Partizip II
Beispiele
Die Daten werden gesammelt.
Die Ergebnisse werden verglichen.
Die Formulare werden kontrolliert.
Der Text wird gelesen.
Einfach erklärt
Hier ist wichtig, was gemacht wird. Die Handlung steht im Mittelpunkt.
Weitere Beispiele in formellen Texten
Im nächsten Schritt werden die Antworten ausgewertet.
Die wichtigsten Punkte werden im Bericht zusammengefasst.
Die Ergebnisse werden anschließend diskutiert.
Das Zustandspassiv in formellen Texten
Das Zustandspassiv zeigt nicht die Handlung, sondern das Ergebnis oder den Zustand. Es wird mit sein und dem Partizip II gebildet.
Bildung
sein + Partizip II
Beispiele
Die Tür ist geschlossen.
Der Bericht ist geschrieben.
Die Aufgabe ist erledigt.
Die Ergebnisse sind dokumentiert.
Einfach erklärt
Hier geht es nicht um den Prozess. Wichtig ist der Zustand nach der Handlung.
Vergleich
Vorgangspassiv: Der Bericht wird geschrieben.
Zustandspassiv: Der Bericht ist geschrieben.
Im ersten Satz läuft die Handlung noch.
Im zweiten Satz ist das Ergebnis schon da.
Warum wirkt das Passiv wissenschaftlich?
Wissenschaftliche Texte sollen oft objektiv wirken. Das Passiv hilft dabei, weil persönliche Formen wie ich oder wir oft vermieden werden.
Beispiele
Weniger wissenschaftlich:
Wir analysieren die Daten im zweiten Teil.
Sachlicher:
Im zweiten Teil werden die Daten analysiert.
Weniger wissenschaftlich:
Wir haben die Ergebnisse genau beschrieben.
Sachlicher:
Die Ergebnisse wurden genau beschrieben.
Einfach erklärt
Durch das Passiv klingt der Text neutraler und weniger persönlich.
Typische Verben im wissenschaftlichen Passiv
In wissenschaftlichen und formellen Texten kommen bestimmte Verben besonders oft vor.
Häufige Verben
- analysieren
- untersuchen
- beschreiben
- vergleichen
- auswerten
- darstellen
- erklären
- durchführen
- beobachten
- dokumentieren
Beispiele
Die Ergebnisse werden analysiert.
Das Problem wird beschrieben.
Die Daten wurden ausgewertet.
Die Untersuchung wurde durchgeführt.
Die Entwicklung wird beobachtet.
Passiv im Präsens
Das Präsens ist in wissenschaftlichen Texten sehr häufig. Es beschreibt allgemeine Aussagen, Abläufe oder aktuelle Schritte.
Beispiele
Im ersten Kapitel werden die wichtigsten Begriffe erklärt.
Danach werden die Ergebnisse dargestellt.
In der Studie werden verschiedene Gruppen verglichen.
Die Aufgabe wird schriftlich bearbeitet.
Einfach erklärt
Das Präsens wirkt sachlich und ruhig. Es ist sehr nützlich für allgemeine Beschreibungen.
Passiv im Präteritum
Das Präteritum benutzt man oft, wenn man über abgeschlossene Vorgänge in Berichten oder wissenschaftlichen Beschreibungen spricht.
Beispiele
Die Daten wurden im Jahr 2024 erhoben.
Die Befragung wurde online durchgeführt.
Die Ergebnisse wurden anschließend verglichen.
Die Texte wurden sorgfältig ausgewertet.
Einfach erklärt
Das Präteritum passt gut zu Berichten über abgeschlossene Untersuchungen oder Schritte.
Passiv mit Modalverben
In formellen Texten benutzt man oft auch das Passiv mit Modalverben. Das klingt besonders sachlich und offiziell.
Bildung
Modalverb + Partizip II + werden
Beispiele
Der Antrag muss unterschrieben werden.
Die Aufgabe kann später bearbeitet werden.
Die Regeln sollen genau beachtet werden.
Die Formulare dürfen nur digital eingereicht werden.
Einfach erklärt
Diese Form zeigt Pflicht, Möglichkeit, Erlaubnis oder Empfehlung.
Typische formelle Sätze
Alle Unterlagen müssen vollständig eingereicht werden.
Die Angaben sollen sorgfältig geprüft werden.
Die Aufgabe kann auch schriftlich gelöst werden.
Passiv mit „von“ und „durch“
Manchmal will man doch sagen, wer oder was die Handlung ausführt. Dann benutzt man oft von oder durch.
Mit von
Die Ergebnisse wurden von den Forschenden ausgewertet.
Der Bericht wurde von der Arbeitsgruppe geschrieben.
Die Gäste wurden vom Direktor begrüßt.
Mit durch
Die Entwicklung wurde durch neue Maßnahmen verbessert.
Der Verkehr wird durch die Baustelle behindert.
Die Veränderung wurde durch den Versuch deutlich gezeigt.
Einfach erklärt
Von benutzt man oft bei Personen oder Gruppen.
Durch benutzt man oft bei Mitteln, Ursachen oder Einflüssen.
Passiv in Anleitungen und Beschreibungen
In Anleitungen ist das Passiv sehr nützlich, weil man die Schritte sachlich beschreiben kann.
Beispiele
Zuerst wird der Text gelesen.
Danach werden wichtige Wörter markiert.
Anschließend wird die Aufgabe bearbeitet.
Am Ende werden die Ergebnisse verglichen.
Einfach erklärt
Hier ist nicht wichtig, wer die Handlung macht. Wichtig ist die Reihenfolge der Schritte.
Passiv in wissenschaftlichen Texten mit typischen Redemitteln
Bestimmte Formulierungen kommen in wissenschaftlichen oder formellen Texten oft zusammen mit dem Passiv vor.
Nützliche Redemittel
- im Folgenden wird …
- zunächst wird …
- anschließend wird …
- im nächsten Schritt wird …
- abschließend wird …
- dabei wird deutlich, dass …
Beispiele
Im Folgenden wird die Methode beschrieben.
Zunächst werden die wichtigsten Begriffe erklärt.
Anschließend werden die Ergebnisse verglichen.
Im nächsten Schritt wird das Material untersucht.
Abschließend wird die zentrale Frage diskutiert.
Aktiv oder Passiv?
Nicht jeder Satz muss im Passiv stehen. In manchen Texten ist Aktiv klarer und natürlicher. Ein guter Stil benutzt beides passend.
Aktiv
Die Forschenden analysieren die Daten.
Passiv
Die Daten werden analysiert.
Einfach erklärt
Das Aktiv ist oft direkter.
Das Passiv ist oft sachlicher.
Wann Aktiv besser ist
- wenn die handelnde Person wichtig ist
- wenn der Satz klarer sein soll
- wenn der Text nicht zu schwer klingen soll
Wann Passiv besser ist
- wenn die Handlung wichtiger ist als die Person
- wenn der Text sachlich und neutral klingen soll
- wenn die handelnde Person unbekannt oder unwichtig ist
Typische Fehler beim Passiv
Viele Lernende kennen die Grundform, machen aber kleine Fehler bei der Bildung oder beim Gebrauch. Das ist normal.
Häufige Fehler
- sein statt werden beim Vorgangspassiv
- Vorgangspassiv und Zustandspassiv verwechseln
- Partizip II vergessen
- zu viele Passivsätze direkt hintereinander benutzen
Falsch und richtig
Falsch: Die Ergebnisse sind analysiert.
Richtig als Vorgangspassiv: Die Ergebnisse werden analysiert.
Falsch: Der Bericht wird fertig.
Besser: Der Bericht wird geschrieben.
Oder als Zustand: Der Bericht ist fertig.
Falsch: Die Aufgabe muss erklären werden.
Richtig: Die Aufgabe muss erklärt werden.
Einfach erklärt
Beim Vorgangspassiv brauchst du fast immer werden + Partizip II.
Zu viel Passiv vermeiden
Das Passiv ist nützlich, aber zu viele Passivsätze machen einen Text manchmal schwer. Deshalb ist Abwechslung wichtig.
Weniger gut
Die Daten wurden gesammelt. Danach wurden sie ausgewertet. Anschließend wurden sie verglichen. Danach wurden die Ergebnisse beschrieben.
Besser
Die Daten wurden gesammelt und anschließend ausgewertet. Danach verglich die Arbeitsgruppe die Ergebnisse und beschrieb die wichtigsten Punkte.
Einfach erklärt
Ein guter Text braucht Balance. Passiv ist hilfreich, aber nicht jeder Satz muss im Passiv stehen.
Kurzer Lesetext
Im Deutschkurs wird heute besprochen, wie das Passiv in wissenschaftlichen und formellen Texten benutzt wird. Zunächst wird die Grundform wiederholt. Danach werden typische Beispiele an die Tafel geschrieben. Die Lehrerin zeigt Sätze wie: „Die Daten werden analysiert“ und „Die Ergebnisse wurden ausgewertet“. Die Lernenden sehen, dass das Passiv sachlich und neutral klingt.
Später werden auch formelle Redemittel eingeführt. Maria schreibt: „Im Folgenden wird die Methode beschrieben.“ Karim schreibt: „Anschließend werden die Ergebnisse dargestellt.“ Die Lehrerin erklärt, dass diese Formen besonders gut zu Berichten und wissenschaftlichen Texten passen. Gleichzeitig sagt sie, dass man nicht zu viele Passivsätze hintereinander benutzen sollte, damit der Text klar bleibt.
Fragen zum Lesetext
- Was wird im Kurs heute besprochen?
- Welche Sätze zeigt die Lehrerin?
- Was schreibt Maria?
- Was schreibt Karim?
- Worauf weist die Lehrerin am Ende hin?
Kurzer Dialog
Lea: Warum ist das Passiv in wissenschaftlichen Texten so wichtig?
Ben: Weil es sachlich und neutral klingt.
Lea: Muss ich immer Passiv benutzen?
Ben: Nein, nicht immer. Aber es ist oft hilfreich, wenn die Handlung wichtiger ist als die Person.
Lea: Kannst du ein Beispiel sagen?
Ben: Ja. „Die Daten werden analysiert.“
Lea: Das klingt wirklich sehr sachlich.
Nützliche Sätze aus dem Dialog
- Das Passiv klingt sachlich und neutral.
- Es ist hilfreich, wenn die Handlung wichtiger ist als die Person.
- Die Daten werden analysiert.
- Nicht jeder Satz muss im Passiv stehen.
Mini-Übungen mit Beispielen
Forme Aktiv in Passiv um
Die Forschenden analysieren die Daten.
Die Daten werden analysiert.
Die Arbeitsgruppe beschreibt die Ergebnisse.
Die Ergebnisse werden beschrieben.
Die Lehrerin erklärt die Aufgabe.
Die Aufgabe wird erklärt.
Ergänze die passende Passivform
- Die Daten ___ ausgewertet. → werden
- Die Ergebnisse ___ gestern beschrieben. → wurden
- Das Formular muss vollständig ___ werden. → ausgefüllt
- Im nächsten Schritt ___ die Methode erklärt. → wird
Formuliere formeller
Wir erklären jetzt die Methode.
Im Folgenden wird die Methode erklärt.
Wir vergleichen danach die Ergebnisse.
Anschließend werden die Ergebnisse verglichen.
Wichtiger Wortschatz zum Wiederholen
- das Passiv
- das Aktiv
- das Vorgangspassiv
- das Zustandspassiv
- sachlich
- neutral
- wissenschaftlich
- formell
- analysieren
- auswerten
- beschreiben
- darstellen
- vergleichen
- durchführen
- dokumentieren
Weitere einfache Beispielsätze
Die Ergebnisse werden im nächsten Kapitel dargestellt.
Die Daten wurden sorgfältig ausgewertet.
Der Bericht wird morgen fertiggestellt.
Die Aufgabe muss schriftlich bearbeitet werden.
Im Folgenden wird die zentrale Frage erklärt.
Anschließend werden die wichtigsten Punkte zusammengefasst.
Mit dem Passiv kann ich wissenschaftliche und formelle Texte sachlicher formulieren.
So verstehe und schreibe ich solche Texte auf Deutsch besser.
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