Im Deutschen sind Modalverben sehr wichtig. Man benutzt sie oft mit Wörtern wie „müssen“, „können“, „sollen“ oder „dürfen“. Auch das Passiv ist wichtig, besonders auf höherem Niveau. Wenn man beides zusammen benutzt, entsteht eine sehr nützliche Struktur: Passiv mit Modalverben. Damit kann man sagen, was gemacht werden muss, was gemacht werden kann oder was nicht gemacht werden darf. Das ist besonders wichtig in Regeln, Anweisungen, im Beruf, in der Schule und im Alltag. Auch wenn du noch auf A1–A2-Niveau lernst, kannst du diese Struktur Schritt für Schritt verstehen und anwenden. In diesem Text lernst du die Grundidee, die Bildung, viele Beispiele, einen kurzen Lesetext und einfache Dialoge.
Was bedeutet Passiv mit Modalverben?
Die Grundidee einfach erklärt
Beim Passiv mit Modalverben geht es darum, dass eine Handlung möglich, nötig, erlaubt oder gewünscht ist. Wichtig ist nicht, wer etwas macht, sondern was gemacht werden soll oder muss.
Beispiele:
- Die Aufgabe muss gemacht werden.
- Der Text kann gelesen werden.
- Die Tür darf nicht geöffnet werden.
- Das Formular soll ausgefüllt werden.
In diesen Sätzen sieht man: Es geht um eine Handlung, aber die Person ist nicht wichtig. Wichtig ist nur, was getan werden soll.
Warum diese Struktur wichtig ist
Passiv mit Modalverben ist im Deutschen sehr häufig. Man hört und liest es oft:
- in Regeln
- in Anweisungen
- in der Schule
- im Büro
- im Alltag
Beispiele:
- Die Hausaufgaben müssen heute abgegeben werden.
- Im Prüfungsraum darf nicht gesprochen werden.
- Die E-Mails sollen schnell beantwortet werden.
Wie bildet man Passiv mit Modalverben?
Die Grundform
Die Struktur ist:
- Modalverb + Partizip II + werden
Beispiele:
- Die Aufgabe muss gemacht werden.
- Das Essen kann vorbereitet werden.
- Die Tür soll geschlossen werden.
Ganz wichtig ist: Am Ende steht immer werden.
Die drei Teile im Satz
Ein Satz mit Passiv und Modalverb hat oft drei wichtige Teile:
- das Thema oder Objekt
- das Modalverb
- das Partizip II + werden
Beispiel:
- Der Bericht muss heute geschrieben werden.
Hier ist:
- Der Bericht = wichtiges Satzteil
- muss = Modalverb
- geschrieben werden = Passivform
Die wichtigsten Modalverben im Passiv
„müssen“
„Müssen“ zeigt: Etwas ist notwendig.
Beispiele:
- Die Aufgabe muss gemacht werden.
- Die Tür muss geschlossen werden.
- Das Formular muss heute ausgefüllt werden.
Diese Form ist sehr häufig bei Pflichten und Regeln.
„können“
„Können“ zeigt: Etwas ist möglich.
Beispiele:
- Die Aufgabe kann morgen gemacht werden.
- Der Text kann online gelesen werden.
- Das Problem kann schnell gelöst werden.
Diese Form zeigt Möglichkeiten.
„sollen“
„Sollen“ zeigt oft: Etwas ist geplant, empfohlen oder gewünscht.
Beispiele:
- Die Regeln sollen erklärt werden.
- Die E-Mail soll heute verschickt werden.
- Das Zimmer soll aufgeräumt werden.
Diese Form hört man oft bei Anweisungen.
„dürfen“
„Dürfen“ zeigt: Etwas ist erlaubt oder nicht erlaubt.
Beispiele:
- Die Tür darf geöffnet werden.
- Im Raum darf nicht geraucht werden.
- Die Dateien dürfen nicht gelöscht werden.
Diese Form ist besonders wichtig für Regeln und Verbote.
„wollen“
„Wollen“ klingt im Passiv nicht so häufig wie andere Modalverben, aber es ist möglich.
Beispiele:
- Das Problem will gut erklärt werden.
- Dieser Text will in Ruhe gelesen werden.
Diese Form klingt etwas gehobener und ist weniger typisch für Anfänger. Es ist aber gut, sie zu kennen.
Aktiv und Passiv mit Modalverben im Vergleich
Was ist der Unterschied?
Im Aktiv sieht man klar, wer etwas macht. Im Passiv ist die Handlung wichtiger.
Vergleich:
- Der Schüler muss die Aufgabe machen. = Aktiv
- Die Aufgabe muss gemacht werden. = Passiv
- Die Sekretärin soll die E-Mail schreiben. = Aktiv
- Die E-Mail soll geschrieben werden. = Passiv
Im Passiv ist nicht wichtig, wer etwas macht. Wichtig ist die Handlung.
Wann benutzt man lieber das Passiv?
Das Passiv mit Modalverben passt gut, wenn die Person nicht wichtig ist oder nicht genannt werden soll.
- Die Formulare müssen ausgefüllt werden.
- Die Fenster dürfen nicht geöffnet werden.
- Die Unterlagen sollen morgen vorbereitet werden.
So klingt der Satz sachlich und neutral.
Passiv mit Modalverben im Präsens
Die häufigste Form
Am häufigsten benutzt man Passiv mit Modalverben im Präsens. Diese Form ist wichtig für Regeln, Anweisungen und allgemeine Aussagen.
Beispiele:
- Die Hausaufgaben müssen gemacht werden.
- Der Text kann später gelesen werden.
- Die Tür soll geschlossen werden.
- Hier darf nicht fotografiert werden.
Diese Sätze sind sehr typisch.
Typische Situationen
- Im Unterricht müssen viele Aufgaben gemacht werden.
- Im Büro sollen E-Mails schnell beantwortet werden.
- Im Krankenhaus darf hier nicht laut gesprochen werden.
- Im Restaurant kann das Essen online bestellt werden.
So kann man Regeln und Möglichkeiten klar ausdrücken.
Passiv mit Modalverben in der Vergangenheit
Mit Präteritum
Auch in der Vergangenheit ist diese Struktur möglich. Dann steht das Modalverb im Präteritum.
Beispiele:
- Die Aufgabe musste gestern gemacht werden.
- Die Tür durfte nicht geöffnet werden.
- Der Bericht sollte schon letzte Woche geschrieben werden.
- Die E-Mail konnte nicht verschickt werden.
Diese Form ist wichtig für Berichte und Erzählungen.
Die Bedeutung in der Vergangenheit
Hier geht es darum, was nötig, möglich oder erlaubt war.
- Die Aufgabe musste gemacht werden. = Es war notwendig.
- Die Tür durfte nicht geöffnet werden. = Es war verboten.
- Die E-Mail konnte nicht verschickt werden. = Es war nicht möglich.
So kannst du auch über Regeln und Möglichkeiten in der Vergangenheit sprechen.
Passiv mit Modalverben im Perfekt
Eine schwierigere Form
Auch das Perfekt ist möglich, aber es ist etwas komplizierter. Auf B2-Niveau sollte man es zumindest verstehen.
Beispiele:
- Die Aufgabe hat gemacht werden müssen.
- Die Tür hat geschlossen werden sollen.
- Die E-Mail hat nicht verschickt werden können.
Diese Form ist richtig, aber im Alltag klingt sie oft schwer.
Im Alltag oft einfacher
Im normalen Sprechen benutzt man oft lieber das Präteritum, weil es einfacher klingt.
Vergleich:
- Die Aufgabe hat gemacht werden müssen. = korrekt, aber schwer
- Die Aufgabe musste gemacht werden. = einfacher und üblicher
Darum hörst du im Alltag häufiger das Präteritum.
Passiv mit Modalverben und Negation
„Nicht“ richtig benutzen
Sehr oft stehen solche Sätze in einer negativen Form.
Beispiele:
- Die Tür darf nicht geöffnet werden.
- Die E-Mail kann nicht geschrieben werden.
- Das Problem soll nicht ignoriert werden.
- Hier darf nicht geraucht werden.
Mit „nicht“ kannst du Verbote oder Unmöglichkeiten ausdrücken.
Typische negative Regeln
- Im Unterricht darf nicht telefoniert werden.
- Die Daten dürfen nicht gelöscht werden.
- Das Fenster soll nicht geöffnet werden.
- Der Bericht kann heute nicht fertiggestellt werden.
Diese Sätze sind besonders in Schule und Arbeit wichtig.
Unpersönliches Passiv mit Modalverben
Wenn kein klares Subjekt genannt wird
Im Deutschen gibt es auch unpersönliches Passiv mit Modalverben. Dann nennt man nicht genau, was oder wer betroffen ist. Man beschreibt einfach eine allgemeine Regel oder Möglichkeit.
Beispiele:
- Hier darf nicht geraucht werden.
- Im Kurs muss viel gesprochen werden.
- Am Abend kann hier gut getanzt werden.
Das ist im Deutschen sehr häufig.
Warum diese Form nützlich ist
Mit dieser Struktur kannst du allgemein und neutral sprechen.
- Im Büro muss leise gearbeitet werden.
- Im Prüfungsraum darf nicht gesprochen werden.
- Im Restaurant kann hier gut gegessen werden.
So klingt die Sprache sachlich und natürlich.
Wer macht die Handlung?
Mit „von“ kann man die Person nennen
Manchmal möchte man doch sagen, wer etwas macht. Dann benutzt man oft „von“.
Beispiele:
- Die Aufgabe muss von den Schülern gemacht werden.
- Der Bericht soll von der Sekretärin geschrieben werden.
- Die Regeln können von der Lehrerin erklärt werden.
Oft ist das aber nicht nötig.
Meistens bleibt die Person offen
Sehr oft nennt man im Passiv mit Modalverben keine Person.
- Die Aufgabe muss gemacht werden.
- Die Regeln sollen erklärt werden.
- Das Formular darf nicht vergessen werden.
Das ist ganz normal.
Typische Situationen für Passiv mit Modalverben
In der Schule
- Die Hausaufgaben müssen gemacht werden.
- Die Regeln sollen gut gelesen werden.
- Im Unterricht darf nicht laut gesprochen werden.
- Die Übungen können zu Hause gemacht werden.
Im Büro
- Die E-Mails müssen beantwortet werden.
- Die Unterlagen sollen vorbereitet werden.
- Die Termine können online geplant werden.
- Die Daten dürfen nicht gelöscht werden.
Im Alltag
- Die Tür muss geschlossen werden.
- Das Essen kann später aufgewärmt werden.
- Hier darf nicht geparkt werden.
- Die Pflanzen sollen regelmäßig gegossen werden.
Kurzer Lesetext
In einem Deutschkurs wird heute über Regeln gesprochen. Die Lehrerin erklärt, dass im Unterricht nur Deutsch gesprochen werden soll. Handys dürfen während der Stunde nicht benutzt werden. Die Hausaufgaben müssen jede Woche pünktlich abgegeben werden. Neue Wörter können zu Hause wiederholt werden. Vor einer Prüfung sollen alle Regeln noch einmal gelesen werden. Ein Schüler fragt, ob die Aufgaben auch online geschickt werden können. Die Lehrerin sagt ja und erklärt, dass wichtige Informationen immer rechtzeitig geschickt werden müssen.
Wichtige Formen aus dem Lesetext
- gesprochen werden soll
- dürfen … nicht benutzt werden
- müssen … abgegeben werden
- können … wiederholt werden
- sollen … gelesen werden
- geschickt werden können
- geschickt werden müssen
Einfache Dialoge
Dialog im Unterricht
A: Müssen die Hausaufgaben heute abgegeben werden?
B: Ja, sie müssen heute abgegeben werden.
A: Können sie auch per E-Mail geschickt werden?
B: Ja, das kann gemacht werden.
Dialog im Büro
A: Soll der Bericht heute geschrieben werden?
B: Ja, er soll heute geschrieben werden.
A: Muss er auch sofort verschickt werden?
B: Nein, erst morgen.
Dialog zu Hause
A: Muss das Fenster geschlossen werden?
B: Ja, es ist kalt draußen.
A: Und darf die Tür offen bleiben?
B: Nein, sie darf nicht offen bleiben.
Dialog über Regeln
A: Darf hier fotografiert werden?
B: Nein, hier darf nicht fotografiert werden.
A: Kann man draußen Fotos machen?
B: Ja, draußen kann fotografiert werden.
Wortschatz zum Thema Passiv mit Modalverben
- das Passiv = eine Form, in der die Handlung wichtig ist
- das Modalverb = ein Verb wie müssen, können, sollen, dürfen
- die Pflicht = etwas, das man machen muss
- die Möglichkeit = etwas, das man machen kann
- das Verbot = etwas, das man nicht machen darf
- die Anweisung = eine Erklärung, was gemacht werden soll
- das Partizip II = eine Form wie gemacht, gelesen, geschrieben
- sachlich = ruhig und neutral
- die Regel = eine feste Vorschrift
- rechtzeitig = nicht zu spät
Nützliche Satzmuster
Mit „müssen“
- Die Aufgabe muss gemacht werden.
- Die Tür muss geschlossen werden.
- Der Bericht muss heute geschrieben werden.
Mit „können“
- Die Aufgabe kann morgen gemacht werden.
- Die E-Mail kann später geschrieben werden.
- Das Problem kann schnell gelöst werden.
Mit „sollen“
- Die Regeln sollen gelesen werden.
- Das Zimmer soll aufgeräumt werden.
- Die Unterlagen sollen vorbereitet werden.
Mit „dürfen“
- Hier darf nicht geraucht werden.
- Die Tür darf nicht geöffnet werden.
- Die Daten dürfen nicht gelöscht werden.
Typische Fehler
„Werden“ vergessen
Im Passiv mit Modalverben muss am Ende immer „werden“ stehen.
- falsch: Die Aufgabe muss gemacht.
- richtig: Die Aufgabe muss gemacht werden.
Partizip II falsch benutzen
Man braucht das Partizip II und nicht den Infinitiv.
- falsch: Der Text kann lesen werden.
- richtig: Der Text kann gelesen werden.
Aktiv und Passiv mischen
Viele Lernende bauen Sätze, in denen Aktiv und Passiv vermischt sind.
- falsch: Die Schüler müssen die Aufgabe gemacht werden.
- richtig Aktiv: Die Schüler müssen die Aufgabe machen.
- richtig Passiv: Die Aufgabe muss gemacht werden.
Perfekt unnötig kompliziert machen
Die Perfekt-Form ist korrekt, aber oft schwer.
- schwierig: Die Aufgabe hat gemacht werden müssen.
- einfacher: Die Aufgabe musste gemacht werden.
Im Alltag ist die einfachere Form oft besser.
Kleine Schreibhilfe
- Die Aufgabe muss … werden.
- Der Text kann … werden.
- Die Regeln sollen … werden.
- Hier darf nicht … werden.
- Im Kurs muss viel … werden.
- Die E-Mail soll heute … werden.
- Die Unterlagen können morgen … werden.
- Das Formular darf nicht … werden.
Mit Passiv und Modalverben kannst du im Deutschen Regeln, Pflichten, Möglichkeiten und Verbote klar und sicher ausdrücken. So lernst du, nicht nur zu sagen, was passiert, sondern auch, was passieren muss, kann, soll oder nicht darf.
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