Im Deutschen ist es wichtig, Aussagen, Vermutungen und Berichte richtig wiederzugeben. Das braucht man im Alltag, in Gesprächen, in der Schule, im Beruf und auch beim Lesen von Nachrichten. Man sagt dann oft nicht nur seine eigene Meinung, sondern gibt wieder, was andere gesagt haben oder was man selbst vermutet. Auf B2-Niveau ist das besonders wichtig. Auch wenn du noch auf A1–A2-Niveau lernst, kannst du die Grundideen schon einfach verstehen. In diesem Text lernst du Schritt für Schritt, wie man Aussagen, Vermutungen und Berichte auf Deutsch klar und richtig formuliert.
Aussagen richtig wiedergeben
Direkte und indirekte Aussagen
Wenn jemand etwas sagt, kann man das auf zwei Arten wiedergeben: direkt oder indirekt.
Direkte Rede bedeutet: Du wiederholst genau die Worte.
- Anna sagt: „Ich bin müde.“
Indirekte Rede bedeutet: Du gibst den Inhalt weiter, aber nicht mit genau denselben Worten.
- Anna sagt, dass sie müde ist.
- Anna sagt, sie sei müde.
Beide indirekten Sätze geben dieselbe Information wieder. Der erste Satz mit „dass“ ist für viele Lernende leichter. Der zweite Satz mit Konjunktiv klingt formeller.
Typische Verben für Aussagen
Wenn du eine Aussage wiedergeben willst, brauchst du oft ein Verb am Anfang.
- sagen
- meinen
- erklären
- erzählen
- berichten
- schreiben
Beispiele:
- Er sagt, dass er keine Zeit hat.
- Sie meint, dass das eine gute Idee ist.
- Der Lehrer erklärt, dass die Aufgabe wichtig ist.
- Meine Freundin erzählt, dass sie morgen kommt.
Mit „dass“ Aussagen weitergeben
Eine einfache und wichtige Struktur
Sehr oft gibt man Aussagen mit „dass“ wieder. Diese Form ist klar und gut für Anfänger.
Struktur:
- Einleitungsverb + dass + Nebensatz
Beispiele:
- Ich glaube, dass er heute nicht kommt.
- Sie sagt, dass sie krank ist.
- Wir hören, dass der Kurs morgen ausfällt.
- Er erklärt, dass das Problem nicht einfach ist.
Wichtig ist: Nach „dass“ steht das Verb am Ende.
Typische Fehler bei „dass“
Viele Lernende vergessen die Wortstellung im Nebensatz.
- falsch: Sie sagt, dass sie ist müde.
- richtig: Sie sagt, dass sie müde ist.
- falsch: Er meint, dass das ist schwierig.
- richtig: Er meint, dass das schwierig ist.
Indirekte Rede mit Konjunktiv
Warum man diese Form benutzt
Im Deutschen benutzt man oft den Konjunktiv I, wenn man Aussagen anderer Personen neutral wiedergeben möchte. Das ist besonders typisch in Berichten und Nachrichten.
Beispiele:
- Er sagt, er habe keine Zeit.
- Sie meint, sie komme später.
- Der Sprecher erklärt, die Lage sei ruhig.
Diese Form zeigt: Das ist nicht meine eigene Aussage. Ich berichte nur.
Wichtige Formen
Einige Formen sind besonders wichtig:
- sein → sei
- haben → habe
- werden → werde
- kommen → komme
- gehen → gehe
Beispiele:
- Sie sagt, sie sei müde.
- Er erklärt, er habe schon gegessen.
- Die Zeitung schreibt, das Wetter werde besser.
Im Alltag benutzt man oft lieber „dass“-Sätze. Es ist aber gut, den Konjunktiv zu verstehen.
Fragen und Informationen wiedergeben
Indirekte Fragen mit „ob“
Ja-Nein-Fragen gibt man oft mit „ob“ wieder.
Direkte Frage:
- „Kommst du morgen?“
Indirekte Frage:
- Er fragt, ob ich morgen komme.
Weitere Beispiele:
- Sie möchte wissen, ob der Laden offen ist.
- Ich weiß nicht, ob er Zeit hat.
- Wir fragen, ob das stimmt.
Indirekte Fragen mit Fragewörtern
Auch normale W-Fragen kann man indirekt wiedergeben.
- Sie fragt, wann der Zug kommt.
- Er möchte wissen, warum du traurig bist.
- Ich weiß nicht, wo meine Tasche ist.
- Wir fragen, wie das funktioniert.
Diese Form ist im Alltag sehr wichtig.
Vermutungen ausdrücken
Wenn man nicht sicher ist
Manchmal weiß man etwas nicht genau. Dann spricht man von einer Vermutung. Im Deutschen gibt es dafür viele nützliche Redemittel.
- vielleicht
- wahrscheinlich
- vermutlich
- möglicherweise
- ich glaube
- ich denke
Beispiele:
- Vielleicht kommt er später.
- Wahrscheinlich ist sie schon zu Hause.
- Vermutlich hat er den Bus verpasst.
- Ich glaube, dass das stimmt.
- Ich denke, dass sie morgen anruft.
Vorsichtige Vermutungen
Man kann auch noch vorsichtiger sprechen. Das klingt höflich und realistisch.
- Ich bin mir nicht sicher, aber …
- Soweit ich weiß, …
- Wenn ich mich nicht irre, …
- Es könnte sein, dass …
Beispiele:
- Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, er ist krank.
- Soweit ich weiß, beginnt der Kurs um neun Uhr.
- Wenn ich mich nicht irre, hat sie heute frei.
- Es könnte sein, dass der Termin verschoben wird.
Berichte sachlich wiedergeben
Was ist ein Bericht?
Ein Bericht gibt Informationen über ein Ereignis, eine Situation oder eine Aussage weiter. In Berichten klingt die Sprache oft sachlich und neutral.
Beispiele:
- Die Zeitung berichtet, dass die Straße gesperrt ist.
- Im Radio wurde gesagt, dass es morgen regnet.
- Die Lehrerin erklärt, dass die Prüfung nächste Woche stattfindet.
Hier geht es nicht um Gefühle, sondern um Informationen.
Typische Verben in Berichten
- berichten
- melden
- mitteilen
- erklären
- ankündigen
- bestätigen
Beispiele:
- Die Zeitung meldet, dass es neue Regeln gibt.
- Die Firma teilt mit, dass das Büro morgen geschlossen bleibt.
- Die Polizei bestätigt, dass niemand verletzt wurde.
Aussagen von anderen neutral wiedergeben
Distanz zeigen
Wenn du wiedergeben willst, was andere sagen, willst du oft neutral bleiben. Dann ist es wichtig, dass klar ist: Das ist nicht unbedingt meine Meinung.
Beispiele:
- Er sagt, dass das Problem leicht zu lösen ist.
- Sie meint, dass der Film langweilig war.
- Die Nachbarn erzählen, dass sie umziehen wollen.
Du gibst nur wieder, was andere gesagt haben.
Mit Konjunktiv noch neutraler
Besonders in Berichten oder in formeller Sprache klingt der Konjunktiv neutraler.
- Er sagt, das Problem sei leicht zu lösen.
- Sie meint, der Film sei langweilig gewesen.
- Die Nachbarn erzählen, sie wollten umziehen.
Diese Form ist oft etwas schwieriger, aber sehr nützlich.
Vergangenheit richtig wiedergeben
Wenn etwas schon passiert ist
Auch vergangene Aussagen oder Berichte kann man wiedergeben.
Beispiele mit „dass“:
- Er sagt, dass er gestern keine Zeit hatte.
- Sie erzählt, dass sie den Film schon gesehen hat.
- Die Zeitung berichtet, dass das Konzert sehr gut war.
Beispiele mit Konjunktiv:
- Er sagt, er habe gestern keine Zeit gehabt.
- Sie erzählt, sie habe den Film schon gesehen.
- Die Zeitung berichtet, das Konzert sei sehr gut gewesen.
Die Zeit der Aussage verstehen
Du musst immer überlegen:
- Spricht die Person über jetzt?
- Spricht sie über früher?
- Spricht sie über später?
Dann kannst du den Satz besser bilden.
Zukunft und Pläne wiedergeben
Über spätere Ereignisse sprechen
Auch Pläne und zukünftige Aussagen kann man wiedergeben.
Beispiele mit „dass“:
- Er sagt, dass er morgen kommt.
- Sie meint, dass sie später anruft.
- Der Lehrer erklärt, dass die Prüfung nächste Woche beginnt.
Beispiele mit Konjunktiv:
- Er sagt, er werde morgen kommen.
- Sie meint, sie werde später anrufen.
- Der Lehrer erklärt, die Prüfung werde nächste Woche beginnen.
Warum diese Form wichtig ist
So kannst du nicht nur aktuelle Aussagen, sondern auch Pläne und Ankündigungen richtig wiedergeben.
Vermutung und Bericht kombinieren
Wenn Bericht und Unsicherheit zusammenkommen
Manchmal gibt man eine Information wieder und zeigt gleichzeitig, dass sie nicht ganz sicher ist.
Beispiele:
- Die Zeitung berichtet, dass es vermutlich neue Änderungen geben wird.
- Er sagt, dass er wahrscheinlich später kommt.
- Soweit ich weiß, wurde der Termin verschoben.
- Es heißt, dass die Straße morgen gesperrt sein könnte.
Solche Sätze sind im echten Leben sehr häufig.
Nützliche Redemittel
- es heißt, dass …
- anscheinend …
- offenbar …
- vermutlich …
- wahrscheinlich …
Beispiele:
- Es heißt, dass die Firma neue Mitarbeitende sucht.
- Anscheinend ist der Zug schon abgefahren.
- Offenbar gab es ein technisches Problem.
Kurzer Lesetext
Im Deutschkurs spricht die Lehrerin heute darüber, wie man Aussagen und Berichte richtig wiedergibt. Sie erklärt, dass man dafür oft „dass“-Sätze oder die indirekte Rede benutzt. Ein Schüler erzählt, dass sein Bruder in den Nachrichten gehört hat, dass das Wetter am Wochenende besser wird. Eine andere Schülerin meint, dass sie oft nicht sicher ist, wann sie „vielleicht“, „wahrscheinlich“ oder „vermutlich“ benutzen soll. Die Lehrerin sagt, man solle immer überlegen, ob etwas sicher, unsicher oder nur berichtet ist. Dann könne man passende Redemittel leichter wählen.
Wichtige Formen aus dem Lesetext
- Sie erklärt, dass man dafür oft „dass“-Sätze … benutzt.
- Ein Schüler erzählt, dass …
- Eine andere Schülerin meint, dass …
- Die Lehrerin sagt, man solle immer überlegen …
Einfache Dialoge
Dialog über eine Aussage
A: Was hat Anna gesagt?
B: Sie hat gesagt, dass sie später kommt.
A: Sicher?
B: Ja, so habe ich es verstanden.
Dialog über eine Vermutung
A: Wo ist Paul?
B: Vielleicht ist er noch im Büro.
A: Oder er hat den Bus verpasst.
B: Ja, das könnte auch sein.
Dialog über einen Bericht
A: Was wurde in den Nachrichten gesagt?
B: Es wurde berichtet, dass es morgen regnen wird.
A: Oh nein.
B: Ja, wahrscheinlich bleibt das Wetter schlecht.
Dialog über Unsicherheit
A: Weißt du, wann der Kurs beginnt?
B: Soweit ich weiß, um neun Uhr.
A: Bist du sicher?
B: Nicht ganz, aber ich glaube schon.
Wortschatz zum Thema Aussagen, Vermutungen und Berichte
- die Aussage = das, was jemand sagt
- die Vermutung = etwas, das man nicht sicher weiß
- der Bericht = eine sachliche Information
- berichten = Informationen weitergeben
- erzählen = etwas mitteilen
- erklären = etwas verständlich machen
- vermuten = nicht sicher wissen, aber denken
- bestätigen = sagen, dass etwas stimmt
- unsicher = nicht sicher
- sachlich = neutral und ruhig
Nützliche Redemittel
Für Aussagen
- Er sagt, dass …
- Sie meint, dass …
- Er erklärt, dass …
- Sie erzählt, dass …
Beispiele:
- Er sagt, dass er müde ist.
- Sie meint, dass das eine gute Idee ist.
- Er erklärt, dass die Aufgabe nicht schwer ist.
- Sie erzählt, dass sie morgen frei hat.
Für Vermutungen
- Vielleicht …
- Wahrscheinlich …
- Vermutlich …
- Es könnte sein, dass …
Beispiele:
- Vielleicht kommt er später.
- Wahrscheinlich hat sie den Bus verpasst.
- Vermutlich ist das der Grund.
- Es könnte sein, dass der Termin verschoben wird.
Für Berichte
- Die Zeitung berichtet, dass …
- Es wurde gesagt, dass …
- Es heißt, dass …
- Die Firma teilt mit, dass …
Beispiele:
- Die Zeitung berichtet, dass die Straße gesperrt ist.
- Es wurde gesagt, dass der Kurs später beginnt.
- Es heißt, dass es Änderungen geben wird.
- Die Firma teilt mit, dass das Büro morgen geschlossen bleibt.
Für Unsicherheit
- Ich bin mir nicht sicher, ob …
- Soweit ich weiß, …
- Wenn ich mich nicht irre, …
- Ich glaube, dass …
Beispiele:
- Ich bin mir nicht sicher, ob das stimmt.
- Soweit ich weiß, beginnt der Kurs um acht Uhr.
- Wenn ich mich nicht irre, hat sie heute frei.
- Ich glaube, dass er morgen kommt.
Typische Fehler
Direkte und indirekte Wiedergabe vermischen
Viele Lernende wechseln mitten im Satz die Form.
- nicht gut: Er sagt: dass er müde ist.
- richtig: Er sagt: „Ich bin müde.“
- richtig: Er sagt, dass er müde ist.
Die Wortstellung im „dass“-Satz vergessen
Nach „dass“ steht das Verb am Ende.
- falsch: Sie sagt, dass sie kommt später.
- richtig: Sie sagt, dass sie später kommt.
Zu sicher sprechen, obwohl man es nicht weiß
Wenn du etwas nicht genau weißt, solltest du das auch sprachlich zeigen.
- zu sicher: Der Kurs beginnt um neun Uhr.
- besser: Soweit ich weiß, beginnt der Kurs um neun Uhr.
Vermutung und Tatsache nicht unterscheiden
Wörter wie „vielleicht“ oder „wahrscheinlich“ verändern die Aussage. Das ist wichtig.
- Er ist krank. = Tatsache oder feste Aussage
- Er ist vielleicht krank. = Vermutung
- Er ist wahrscheinlich krank. = stärkere Vermutung
Kleine Schreibhilfe
- Er sagt, dass …
- Sie meint, dass …
- Die Zeitung berichtet, dass …
- Es heißt, dass …
- Vielleicht …
- Wahrscheinlich …
- Vermutlich …
- Es könnte sein, dass …
- Ich bin mir nicht sicher, ob …
- Soweit ich weiß, …
Mit diesen Strukturen kannst du auf Deutsch Aussagen, Vermutungen und Berichte klar, richtig und natürlich wiedergeben. So verstehst du Gespräche, Nachrichten und Texte besser und kannst Informationen selbst genauer ausdrücken.
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