Im Deutschen gibt es nicht nur direkte Aussagen und direkte Fragen, sondern auch direkte Aufforderungen. Eine Aufforderung ist zum Beispiel ein Befehl, eine Bitte, ein Rat oder eine Anweisung. Sehr oft möchte man später erzählen, was jemand gesagt hat. Dann benutzt man die indirekte Rede. Auf B2-Niveau ist es wichtig, auch Aufforderungen indirekt wiedergeben zu können. Auch wenn du noch auf A1–A2-Niveau lernst, kannst du die Grundidee schon gut verstehen. In diesem Text lernst du Schritt für Schritt, wie man Aufforderungen im Deutschen indirekt wiedergibt, welche Strukturen wichtig sind und wie du typische Fehler vermeiden kannst.
Was ist eine Aufforderung?
Die Grundidee einfach erklärt
Eine Aufforderung ist ein Satz, mit dem man jemandem sagt, was er tun oder nicht tun soll. Das kann direkt oder höflich sein.
Beispiele:
- Komm bitte morgen pünktlich.
- Mach die Tür zu.
- Ruf mich später an.
- Bitte sprechen Sie langsamer.
Alle diese Sätze wollen, dass jemand etwas tut.
Verschiedene Arten von Aufforderungen
Aufforderungen können verschieden klingen.
- Befehl: Mach das sofort.
- Bitte: Hilf mir bitte.
- Rat: Lies den Text noch einmal.
- Anweisung: Schreiben Sie zuerst Ihren Namen.
Auch wenn die Form unterschiedlich ist, bleibt die Grundidee gleich: Jemand soll etwas tun.
Direkte und indirekte Aufforderung
Der Unterschied
In der direkten Rede sagt man die Aufforderung genau so, wie sie gesprochen wurde.
Beispiele:
- Die Lehrerin sagt: „Macht bitte die Bücher auf.“
- Meine Mutter sagt: „Räum dein Zimmer auf.“
- Der Arzt sagt: „Trinken Sie mehr Wasser.“
In der indirekten Rede gibt man die Aufforderung mit anderen Worten weiter.
Beispiele:
- Die Lehrerin sagt, wir sollen die Bücher aufmachen.
- Meine Mutter sagt, ich soll mein Zimmer aufräumen.
- Der Arzt sagt, ich solle mehr Wasser trinken.
Die Bedeutung bleibt gleich, aber die Form wird verändert.
Warum man indirekte Aufforderungen braucht
Im Alltag erzählt man oft weiter, was jemand verlangt, empfiehlt oder bittet. Darum ist diese Form sehr nützlich.
- Du berichtest über ein Gespräch.
- Du gibst eine Anweisung weiter.
- Du erklärst, was jemand empfohlen hat.
- Du wiederholst eine Bitte oder einen Rat.
Die häufigste Struktur: „sollen“
Mit „sollen“ eine Aufforderung wiedergeben
Sehr oft gibt man Aufforderungen in der indirekten Rede mit dem Verb „sollen“ wieder. Das ist die wichtigste und einfachste Form.
Beispiele:
- Der Lehrer sagt: „Lest den Text.“
- Der Lehrer sagt, wir sollen den Text lesen.
- Meine Freundin sagt: „Ruf mich später an.“
- Meine Freundin sagt, ich soll sie später anrufen.
- Der Arzt sagt: „Sie sollen mehr schlafen.“
- Der Arzt sagt, ich soll mehr schlafen.
Mit „sollen“ kann man viele Aufforderungen gut wiedergeben.
Warum „sollen“ so wichtig ist
„Sollen“ passt gut, wenn es um Befehle, Bitten, Ratschläge oder Anweisungen geht.
- Ich soll warten.
- Du sollst anrufen.
- Wir sollen leise sein.
- Sie sollen das Formular ausfüllen.
Diese Form ist im Deutschen sehr häufig.
Die Form mit Konjunktiv I
Etwas formeller berichten
Auf B2-Niveau ist auch der Konjunktiv I wichtig. Mit ihm kann man Aufforderungen etwas formeller und sachlicher wiedergeben.
Beispiele:
- Der Lehrer sagt, wir sollen den Text lesen. = häufig und einfach
- Der Lehrer sagt, wir sollten den Text lesen. = eher Konjunktiv II, weicher
- Der Lehrer sagt, wir sollten den Text lesen. = im Alltag oft so
Bei Aufforderungen benutzt man in der indirekten Rede oft besonders „sollen“. Der reine Konjunktiv I ist hier nicht immer so deutlich wie bei Aussagen. Darum ist die Form mit „sollen“ für Lernende am wichtigsten.
Was für Anfänger zuerst wichtiger ist
Für Anfänger ist diese Struktur besonders wichtig:
- jemand sagt, ich soll …
- jemand sagt, wir sollen …
- jemand bittet mich, … zu …
Diese Muster helfen dir am meisten im Alltag.
Aufforderungen mit „bitten“ indirekt wiedergeben
Die Struktur mit „bitten“ und „zu“
Sehr oft benutzt man bei Bitten das Verb „bitten“. Dann folgt oft eine Infinitivkonstruktion mit „zu“.
Beispiele:
- Direkt: „Hilf mir bitte.“
- Indirekt: Er bittet mich, ihm zu helfen.
- Direkt: „Komm bitte früher.“
- Indirekt: Sie bittet mich, früher zu kommen.
- Direkt: „Erklären Sie das bitte noch einmal.“
- Indirekt: Der Schüler bittet die Lehrerin, das noch einmal zu erklären.
Diese Form ist sehr typisch und wichtig.
Wichtige Struktur
Die Grundstruktur ist:
- jemanden bitten, etwas zu tun
Beispiele:
- Ich bitte dich, mir zu helfen.
- Sie bittet ihn, leise zu sein.
- Wir bitten Sie, kurz zu warten.
Das ist eine sehr nützliche Form für den Alltag.
Aufforderungen mit „auffordern“ wiedergeben
Etwas formeller sprechen
Das Verb „auffordern“ ist etwas formeller. Es kommt oft in schriftlicher Sprache oder in offiziellen Situationen vor.
Beispiele:
- Der Lehrer fordert die Schüler auf, ruhig zu arbeiten.
- Die Polizei fordert die Menschen auf, das Gebäude zu verlassen.
- Die Firma fordert die Mitarbeitenden auf, pünktlich zu kommen.
Diese Struktur klingt stärker und formeller als „bitten“.
Die Struktur mit „auffordern“
Die Grundstruktur ist:
- jemanden auffordern, etwas zu tun
Beispiele:
- Sie fordert mich auf, die E-Mail sofort zu beantworten.
- Der Arzt fordert ihn auf, mit dem Rauchen aufzuhören.
- Die Lehrerin fordert uns auf, die Handys wegzulegen.
Diese Form ist besonders in Berichten wichtig.
Aufforderungen mit „raten“ und „empfehlen“
Nicht nur Befehle, auch Ratschläge
Nicht jede Aufforderung ist ein Befehl. Manchmal gibt jemand nur einen Rat oder eine Empfehlung. Dann benutzt man oft Verben wie „raten“ oder „empfehlen“.
Beispiele:
- Der Arzt rät mir, mehr Wasser zu trinken.
- Die Lehrerin empfiehlt uns, jeden Tag zu lesen.
- Mein Freund rät mir, früher zu schlafen.
Diese Sätze zeigen: Jemand sagt, was gut wäre.
Warum diese Verben wichtig sind
Mit ihnen kannst du feine Unterschiede ausdrücken.
- bitten = freundlich
- auffordern = stärker und formeller
- raten = persönlicher Rat
- empfehlen = Empfehlung
Diese Unterschiede sind auf B2-Niveau sehr nützlich.
Infinitiv mit „zu“ bei indirekten Aufforderungen
Eine zentrale Struktur
Sehr viele indirekte Aufforderungen benutzt man mit Infinitiv und „zu“.
Beispiele:
- Sie bittet mich, das Fenster zu schließen.
- Er fordert uns auf, leise zu sein.
- Der Arzt rät ihr, mehr zu schlafen.
- Die Lehrerin empfiehlt den Schülern, die Wörter zu wiederholen.
Hier siehst du immer die Form „zu + Infinitiv“.
Trennbare Verben
Bei trennbaren Verben kommt „zu“ zwischen Vorsilbe und Verb.
Beispiele:
- aufmachen → aufzumachen
- anrufen → anzurufen
- aufstehen → aufzustehen
Beispiele im Satz:
- Die Lehrerin sagt, wir sollen das Buch aufmachen.
- Meine Mutter bittet mich, sie später anzurufen.
- Der Arzt rät ihm, früher aufzustehen.
Direkte und indirekte Aufforderungen vergleichen
Mit „sollen“
Hier siehst du einige einfache Vergleiche:
- Direkt: „Komm morgen pünktlich.“
- Indirekt: Er sagt, ich soll morgen pünktlich kommen.
- Direkt: „Lest den Text.“
- Indirekt: Die Lehrerin sagt, wir sollen den Text lesen.
- Direkt: „Schreiben Sie Ihren Namen hier.“
- Indirekt: Man sagt, wir sollen unseren Namen dort schreiben.
Mit „bitten“ oder „auffordern“
- Direkt: „Hilf mir bitte.“
- Indirekt: Er bittet mich, ihm zu helfen.
- Direkt: „Verlassen Sie bitte das Gebäude.“
- Indirekt: Die Polizei fordert die Menschen auf, das Gebäude zu verlassen.
So wird die direkte Aufforderung in eine indirekte Form umgewandelt.
Indirekte Aufforderungen im Alltag
In Familie und Freundeskreis
Auch im Alltag benutzt man oft indirekte Aufforderungen.
- Meine Mutter sagt, ich soll mein Zimmer aufräumen.
- Mein Freund bittet mich, ihm kurz zu helfen.
- Meine Schwester sagt, ich soll sie später anrufen.
In Schule und Beruf
Dort sind diese Formen besonders wichtig.
- Der Lehrer fordert uns auf, ruhig zu arbeiten.
- Die Kollegin bittet mich, die Datei zu schicken.
- Der Chef sagt, wir sollen pünktlich sein.
- Die Lehrerin empfiehlt den Schülern, mehr zu lesen.
So kann man Anweisungen, Bitten und Ratschläge klar weitergeben.
Typische Fehler
„Zu“ vergessen
Bei vielen indirekten Aufforderungen mit „bitten“, „auffordern“, „raten“ oder „empfehlen“ braucht man „zu“.
- falsch: Sie bittet mich, ihr helfen.
- richtig: Sie bittet mich, ihr zu helfen.
- falsch: Der Arzt rät ihm, mehr schlafen.
- richtig: Der Arzt rät ihm, mehr zu schlafen.
Das falsche Verb benutzen
Manchmal passt „bitten“ besser, manchmal „auffordern“ oder „raten“.
- bitten = freundlich
- auffordern = stärker
- raten = Rat geben
Darauf sollte man achten.
Direkte Form nicht richtig umwandeln
Viele Lernende übernehmen die direkte Form zu stark.
- falsch: Er sagt, komm pünktlich.
- richtig: Er sagt, ich soll pünktlich kommen.
- falsch: Sie bittet mich, komm früher.
- richtig: Sie bittet mich, früher zu kommen.
Pronomen nicht ändern
Auch bei indirekten Aufforderungen ändern sich oft Pronomen.
- Direkt: „Hilf mir bitte.“
- Indirekt: Er bittet mich, ihm zu helfen.
„Mir“ wird hier zu „ihm“, weil jetzt eine andere Person berichtet.
Kurzer Lesetext
Im Deutschkurs erklärt die Lehrerin heute, wie man Aufforderungen indirekt wiedergibt. Sie schreibt zuerst einen direkten Satz an die Tafel: „Lest bitte den Text.“ Danach zeigt sie die indirekte Form: „Die Lehrerin sagt, wir sollen den Text lesen.“ Dann erklärt sie auch die Form mit „bitten“. Ein Schüler sagt: „Erklären Sie das bitte noch einmal.“ Später schreibt die Lehrerin: „Der Schüler bittet die Lehrerin, das noch einmal zu erklären.“ Am Ende lernen die Teilnehmenden auch, wie man Ratschläge weitergibt. Die Lehrerin erklärt, der Arzt rate dem Patienten, mehr Wasser zu trinken.
Wichtige Beispiele aus dem Lesetext
- Die Lehrerin sagt, wir sollen den Text lesen.
- Der Schüler bittet die Lehrerin, das noch einmal zu erklären.
- Der Arzt rate dem Patienten, mehr Wasser zu trinken.
Einfache Dialoge
Dialog mit „sollen“
A: Was hat die Lehrerin gesagt?
B: Sie hat gesagt, wir sollen die Bücher aufmachen.
A: Und dann?
B: Dann sollen wir den Text lesen.
Dialog mit „bitten“
A: Was wollte Paul von dir?
B: Er hat mich gebeten, ihm kurz zu helfen.
A: Hast du geholfen?
B: Ja, natürlich.
Dialog mit „auffordern“
A: Was hat die Polizei gesagt?
B: Sie hat die Menschen aufgefordert, das Gebäude zu verlassen.
A: War etwas passiert?
B: Ja, es gab ein Problem.
Dialog mit „raten“
A: Was hat der Arzt gesagt?
B: Er hat mir geraten, mehr zu schlafen.
A: Und was noch?
B: Er hat mir auch empfohlen, mehr Wasser zu trinken.
Wortschatz zum Thema indirekte Aufforderungen
- die Aufforderung = ein Satz, mit dem man sagt, was jemand tun soll
- die Bitte = eine freundliche Aufforderung
- der Befehl = eine starke Aufforderung
- der Rat = eine Empfehlung
- die Anweisung = eine genaue Erklärung, was zu tun ist
- bitten = freundlich um etwas fragen
- auffordern = deutlich sagen, dass jemand etwas tun soll
- raten = eine Empfehlung geben
- empfehlen = sagen, was gut wäre
- weitergeben = sagen, was jemand anders gesagt hat
Nützliche Satzmuster
Mit „sollen“
- Er sagt, ich soll …
- Sie sagt, wir sollen …
- Der Lehrer erklärt, wir sollen …
Beispiele:
- Er sagt, ich soll früher kommen.
- Sie sagt, wir sollen leise sein.
- Der Lehrer erklärt, wir sollen den Text lesen.
Mit „bitten“
- Er bittet mich, … zu …
- Sie bittet ihn, … zu …
- Wir bitten Sie, … zu …
Beispiele:
- Er bittet mich, ihm zu helfen.
- Sie bittet ihn, früher zu kommen.
- Wir bitten Sie, kurz zu warten.
Mit „auffordern“
- Er fordert uns auf, … zu …
- Sie fordert die Menschen auf, … zu …
Beispiele:
- Er fordert uns auf, ruhig zu arbeiten.
- Sie fordert die Menschen auf, den Raum zu verlassen.
Mit „raten“ und „empfehlen“
- Der Arzt rät mir, … zu …
- Die Lehrerin empfiehlt uns, … zu …
Beispiele:
- Der Arzt rät mir, mehr zu schlafen.
- Die Lehrerin empfiehlt uns, jeden Tag zu lesen.
Kleine Schreibhilfe
- Er sagt, ich soll …
- Sie sagt, wir sollen …
- Er bittet mich, … zu …
- Sie bittet ihn, … zu …
- Die Polizei fordert die Menschen auf, … zu …
- Der Arzt rät mir, … zu …
- Die Lehrerin empfiehlt uns, … zu …
- Wir bitten Sie, … zu …
Mit diesen Grundlagen kannst du Aufforderungen im Deutschen indirekt wiedergeben und besser verstehen. So lernst du, Bitten, Befehle, Ratschläge und Anweisungen klar und richtig weiterzugeben.
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