In diesem Text lernst du, wie die indirekte Rede in Medien und Berichten auf Deutsch benutzt wird. Dieses Thema ist sehr wichtig, wenn du Nachrichten, Artikel, Protokolle, Zusammenfassungen oder Berichte schreiben möchtest. In solchen Texten reicht es oft nicht, Aussagen direkt zu wiederholen. Man muss zeigen, dass eine Information von einer anderen Person, einer Institution oder einer Quelle kommt. Genau dafür ist die indirekte Rede sehr nützlich. Schritt für Schritt lernst du hier wichtige Formen, typische Redemittel, einfache Beispiele, kurze Lesetexte und kleine Dialoge.
Was ist indirekte Rede in Medien und Berichten?
Indirekte Rede bedeutet: Du gibst wieder, was jemand gesagt, erklärt, berichtet oder behauptet hat. Du benutzt dabei nicht die genauen Originalwörter, sondern formulierst die Aussage in einer neuen Form.
Direkte und indirekte Form
Direkt:
Der Sprecher sagt: „Die Lage ist ruhig.“
Indirekt:
Der Sprecher sagt, die Lage sei ruhig.
Einfach erklärt
In Medien und Berichten ist das wichtig, weil Journalisten, Autorinnen und Autoren oft Informationen weitergeben. Sie wollen klar machen: Diese Aussage kommt nicht direkt von mir, sondern von einer Quelle.
Wichtige Wörter
- die indirekte Rede
- die direkte Rede
- das Medium
- der Bericht
- die Quelle
- die Aussage
- die Information
- berichten
- wiedergeben
- zitieren
Warum ist die indirekte Rede in Medien wichtig?
In Nachrichten und Berichten soll man oft sachlich, präzise und neutral schreiben. Die indirekte Rede hilft dabei. Sie zeigt, dass eine Aussage nicht direkt die Meinung des Schreibenden ist. So wirkt ein Text ruhiger und professioneller.
Beispiele
Die Zeitung berichtet, die Preise stiegen weiter.
Der Sprecher erklärt, die Arbeiten seien fast beendet.
Die Polizei teilt mit, es habe keine Verletzten gegeben.
Einfach erklärt
Mit solchen Sätzen zeigst du: Ich übernehme eine Information aus einer Quelle. Ich formuliere sie weiter, aber ich mache sie nicht automatisch zu meiner eigenen Aussage.
Der Konjunktiv I als wichtigste Form
In Medien und Berichten wird sehr oft der Konjunktiv I benutzt. Er ist die klassische Form der indirekten Rede.
Beispiele
Der Minister sagt, die Maßnahme sei notwendig.
Die Firma erklärt, sie habe bereits reagiert.
Die Zeitung schreibt, die Verhandlungen liefen weiter.
Einfach erklärt
Der Konjunktiv I klingt sachlich und berichtend. Genau deshalb passt er gut zu Medien und Berichten.
Typische Formen
- er sei
- sie habe
- er komme
- sie bleibe
- es gebe
Typische Verben in Medien und Berichten
Vor der indirekten Rede stehen oft bestimmte Verben. Diese Verben helfen dir, Aussagen genau einzuordnen.
Wichtige Verben
- berichten
- erklären
- mitteilen
- angeben
- betonen
- behaupten
- schildern
- hinweisen auf
- ankündigen
- erwähnen
Beispiele
Die Zeitung berichtet, die Lage bleibe angespannt.
Die Sprecherin erklärt, die Ergebnisse lägen noch nicht vor.
Das Unternehmen teilt mit, es habe neue Schritte geplant.
Mehrere Zeugen schildern, sie hätten ein lautes Geräusch gehört.
Einfach erklärt
Diese Verben zeigen Unterschiede:
- berichten klingt neutral
- betonen zeigt besondere Wichtigkeit
- behaupten klingt oft kritischer
- schildern bedeutet genauer beschreiben
Quellen klar nennen
In Medien und Berichten ist es sehr wichtig, die Quelle einer Aussage deutlich zu machen. Das macht den Text glaubwürdiger und klarer.
Typische Redemittel
- nach Angaben von …
- laut …
- wie … mitteilte
- nach Aussage von …
- berichten zufolge …
- wie aus … hervorgeht
Beispiele
Nach Angaben der Polizei sei die Lage ruhig geblieben.
Laut dem Bericht habe es mehrere Probleme gegeben.
Wie die Sprecherin mitteilte, werde weiter verhandelt.
Berichten zufolge seien neue Maßnahmen geplant.
Einfach erklärt
Mit diesen Formulierungen sagst du klar, woher die Information kommt. Das ist in sachlichen Texten sehr wichtig.
Indirekte Rede mit Distanz und Neutralität
Medien und Berichte sollen oft neutral klingen. Mit indirekter Rede kannst du Distanz ausdrücken. Das bedeutet: Du gibst Informationen weiter, ohne zu direkt zu urteilen.
Direkter
Die Lage ist schwierig.
Neutraler
Es wird berichtet, die Lage sei schwierig.
Noch ein Beispiel
Der Plan ist schlecht.
Neutraler:
Der Plan wird von mehreren Seiten kritisch bewertet.
Einfach erklärt
So klingt dein Text sachlicher. Du berichtest über Aussagen oder Bewertungen, statt sie direkt selbst zu machen.
Wann benutzt man Konjunktiv II?
Manchmal sieht der Konjunktiv I genauso aus wie der Indikativ. Dann benutzt man oft den Konjunktiv II, damit die indirekte Rede klarer wird.
Beispiele
Indikativ: sie kommen
Konjunktiv I: sie kommen
Darum sagt man oft:
Sie sagen, sie kämen morgen.
Weitere Beispiele
Die Eltern erklären, sie hätten keine neuen Informationen.
Die Zeugen sagen, sie würden den Mann wiedererkennen.
Einfach erklärt
Der Konjunktiv II hilft hier, weil er deutlicher zeigt: Das ist eine berichtete Aussage.
Indirekte Rede im Präsens und in der Vergangenheit
In Medien und Berichten kannst du Aussagen über Gegenwart und Vergangenheit indirekt wiedergeben.
Gegenwart
Direkt: „Die Lage ist ruhig.“
Indirekt: Der Sprecher sagt, die Lage sei ruhig.
Direkt: „Wir haben keine Zeit.“
Indirekt: Sie erklären, sie hätten keine Zeit.
Vergangenheit
Direkt: „Ich habe den Bericht gelesen.“
Indirekt: Er sagt, er habe den Bericht gelesen.
Direkt: „Wir sind zu spät gekommen.“
Indirekt: Sie sagen, sie seien zu spät gekommen.
Einfach erklärt
Auch in der indirekten Rede musst du auf die richtige Zeitform achten. Besonders wichtig sind Formen mit habe und sei.
Fragen in Medien und Berichten indirekt wiedergeben
Auch Fragen können in Berichten und Zusammenfassungen indirekt wiedergegeben werden. Das ist nützlich, wenn du über Interviews, Pressegespräche oder Gespräche schreibst.
Beispiele mit ob
Direkt: „Gibt es neue Informationen?“
Indirekt: Der Journalist fragt, ob es neue Informationen gebe.
Direkt: „Wird das Projekt fortgesetzt?“
Indirekt: Es wurde gefragt, ob das Projekt fortgesetzt werde.
Beispiele mit Fragewort
Direkt: „Wann beginnt die Arbeit?“
Indirekt: Man wollte wissen, wann die Arbeit beginne.
Direkt: „Warum wurde die Entscheidung geändert?“
Indirekt: Die Journalistin fragt, warum die Entscheidung geändert worden sei.
Einfach erklärt
Ja-Nein-Fragen werden oft mit ob gebildet. Andere Fragen behalten das Fragewort.
Aufforderungen in Berichten indirekt wiedergeben
Auch Aufforderungen, Bitten und Empfehlungen kommen in Medien und Berichten vor. Sie werden oft mit Infinitivkonstruktionen wiedergegeben.
Beispiele
Direkt: „Bleiben Sie ruhig.“
Indirekt: Die Polizei fordert die Menschen auf, ruhig zu bleiben.
Direkt: „Halten Sie Abstand.“
Indirekt: Es wurde empfohlen, Abstand zu halten.
Direkt: „Arbeiten Sie weiter.“
Indirekt: Die Leitung bat die Mitarbeitenden, weiterzuarbeiten.
Einfach erklärt
Hier benutzt man oft Verben wie bitten, auffordern, empfehlen oder anweisen und danach einen Infinitiv mit zu.
Typische Redemittel für Berichte
Für gute Berichte brauchst du passende Formulierungen. Diese Redemittel kommen sehr oft vor.
Für neutrale Wiedergabe
- Es wird berichtet, dass …
- Es wurde erklärt, dass …
- Es wurde mitgeteilt, dass …
- Es heißt, …
Für Quellenangaben
- nach Angaben von …
- laut …
- wie … mitteilte
- nach Aussage von …
Für Bewertungen oder Distanz
- wird als … beschrieben
- wird kritisch gesehen
- wird als problematisch bewertet
- es wird vermutet, dass …
Einfach erklärt
Mit diesen Ausdrücken klingt dein Text sachlicher, genauer und professioneller.
Direkte Aussagen in Berichtssprache umformen
Hier siehst du, wie man einfache direkte Aussagen in eine passendere Berichtssprache umwandeln kann.
Direkt
„Die Situation ist unter Kontrolle.“
Indirekt
Der Sprecher erklärt, die Situation sei unter Kontrolle.
Direkt
„Wir haben keine Probleme festgestellt.“
Indirekt
Die Verantwortlichen geben an, sie hätten keine Probleme festgestellt.
Direkt
„Es wird bald neue Gespräche geben.“
Indirekt
Berichten zufolge werde es bald neue Gespräche geben.
Einfach erklärt
So machst du aus einer direkten Aussage einen typischen Berichtssatz.
Typische Fehler vermeiden
Viele Lernende machen bei der indirekten Rede in Berichten ähnliche Fehler. Das ist normal. Wichtig ist, auf Form, Quelle und Stil zu achten.
Häufige Fehler
- die Quelle nicht nennen
- immer nur sagen benutzen
- Indikativ statt Konjunktiv benutzen
- zu direkte oder persönliche Sätze schreiben
Falsch und besser
Weniger passend:
Die Regierung plant neue Maßnahmen.
Besser für einen Bericht:
Die Zeitung berichtet, die Regierung plane neue Maßnahmen.
Weniger passend:
Der Sprecher sagt, die Lage ist ruhig.
Besser:
Der Sprecher sagt, die Lage sei ruhig.
Weniger abwechslungsreich:
Er sagt, sie sagen, sie sagen …
Besser:
Er erklärt, sie betonen, der Bericht erwähnt …
Kurzer Lesetext
Im Deutschkurs erklärt die Lehrerin heute, wie man indirekte Rede in Medien und Berichten benutzt. Zuerst schreibt sie einen direkten Satz an die Tafel: „Die Lage ist ruhig.“ Danach zeigt sie die indirekte Form: „Der Sprecher erklärt, die Lage sei ruhig.“ Die Lernenden sehen sofort, dass die indirekte Rede sachlicher klingt.
Später zeigt die Lehrerin verschiedene Redemittel. Maria schreibt: „Nach Angaben der Polizei habe es keine Verletzten gegeben.“ Karim formuliert: „Berichten zufolge seien weitere Gespräche geplant.“ Die Lehrerin erklärt, dass gute Berichte nicht nur Informationen geben, sondern auch klar zeigen müssen, woher diese Informationen kommen. So wirken Texte präziser und professioneller.
Fragen zum Lesetext
- Was erklärt die Lehrerin heute?
- Welchen direkten Satz schreibt sie zuerst an die Tafel?
- Welche indirekte Form zeigt sie?
- Was schreibt Maria?
- Was formuliert Karim?
Kurzer Dialog
Lea: Warum ist die indirekte Rede in Berichten so wichtig?
Ben: Weil sie sachlich und neutral klingt.
Lea: Muss ich immer den Konjunktiv I benutzen?
Ben: Sehr oft ja, besonders in formelleren Texten. Aber manchmal hilft auch der Konjunktiv II.
Lea: Und was ist noch wichtig?
Ben: Dass du die Quelle nennst und nicht immer nur „sagen“ benutzt.
Lea: Also brauche ich auch passende Verben und Redemittel.
Ben: Genau.
Nützliche Sätze aus dem Dialog
- Die indirekte Rede klingt sachlich und neutral.
- Ich brauche oft den Konjunktiv I.
- Ich sollte die Quelle nennen.
- Ich kann verschiedene Verben und Redemittel benutzen.
Mini-Übungen mit Beispielen
Forme direkte Aussagen in Berichtssprache um
Direkt: „Wir haben alles vorbereitet.“
Indirekt: Sie erklären, sie hätten alles vorbereitet.
Direkt: „Die Maßnahme ist notwendig.“
Indirekt: Der Sprecher betont, die Maßnahme sei notwendig.
Direkt: „Es gibt keine Verletzten.“
Indirekt: Nach Angaben der Polizei habe es keine Verletzten gegeben.
Ergänze das passende Redemittel
- ___ Angaben der Firma werde weiter verhandelt. → Nach
- ___ zufolge seien neue Schritte geplant. → Berichten
- Die Zeitung ___, die Lage bleibe angespannt. → berichtet
- Es wurde ___, dass weitere Gespräche nötig seien. → erklärt / mitgeteilt
Wähle ein passendes Verb
Der Sprecher ___, die Lage sei ruhig. → erklärt / betont
Die Zeitung ___, die Preise stiegen weiter. → berichtet
Die Zeugin ___, sie habe ein lautes Geräusch gehört. → schildert
Der Politiker ___, er habe nichts davon gewusst. → behauptet
Wichtiger Wortschatz zum Wiederholen
- die indirekte Rede
- das Medium
- der Bericht
- die Quelle
- die Aussage
- der Konjunktiv I
- berichten
- erklären
- mitteilen
- angeben
- betonen
- behaupten
- laut
- nach Angaben von
- berichten zufolge
Weitere einfache Beispielsätze
Die Zeitung berichtet, die Preise stiegen weiter.
Der Sprecher erklärt, die Lage sei unter Kontrolle.
Nach Angaben der Polizei habe es keine Verletzten gegeben.
Berichten zufolge seien weitere Gespräche geplant.
Die Verantwortlichen teilen mit, die Arbeiten liefen planmäßig.
Es wird vermutet, dass die Ursache ein technischer Fehler gewesen sei.
Mit solchen Formen kann ich indirekte Rede in Medien und Berichten auf Deutsch sicher und klar benutzen.
So werden meine Texte sachlicher, genauer und stilistisch reifer.
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