In der indirekten Rede ist nicht nur die Satzform wichtig. Man muss oft auch Pronomen und Zeitangaben anpassen. Das ist besonders auf B2-Niveau wichtig, weil man dort Aussagen anderer Personen genauer und natürlicher wiedergeben soll. Auch wenn du noch auf A1–A2-Niveau lernst, kannst du diese Regeln schon gut verstehen, wenn sie einfach erklärt werden. In diesem Text lernst du Schritt für Schritt, wie Pronomen und Zeitangaben in der indirekten Rede angepasst werden und worauf du dabei achten musst.
Was ist indirekte Rede?
Die Grundidee einfach erklärt
Mit der indirekten Rede gibst du wieder, was eine andere Person gesagt hat. Du wiederholst also nicht genau die ursprünglichen Worte, sondern den Inhalt.
Beispiele:
- Direkt: Anna sagt: „Ich bin müde.“
- Indirekt: Anna sagt, dass sie müde ist.
- Direkt: Paul sagt: „Ich komme morgen.“
- Indirekt: Paul sagt, dass er morgen kommt.
Die Information bleibt gleich, aber die Form ändert sich.
Warum Anpassungen nötig sind
Wenn du eine Aussage weitergibst, spricht nicht mehr dieselbe Person direkt. Deshalb müssen oft Wörter geändert werden. Besonders wichtig sind:
- Pronomen
- Zeitangaben
- manchmal Ortsangaben
So wird der Satz logisch und verständlich.
Pronomen in der indirekten Rede
Warum Pronomen sich oft ändern
Pronomen wie „ich“, „du“, „wir“ oder „mein“ zeigen, wer spricht. In der indirekten Rede spricht aber meistens jemand über eine andere Person. Darum ändern sich die Pronomen oft.
Beispiele:
- Direkt: Anna sagt: „Ich bin müde.“
- Indirekt: Anna sagt, dass sie müde ist.
- Direkt: Paul sagt: „Ich habe keine Zeit.“
- Indirekt: Paul sagt, dass er keine Zeit hat.
„Ich“ wird hier zu „sie“ oder „er“.
Die wichtigste Frage
Wenn du ein Pronomen anpassen willst, frage dich:
- Wer hat das ursprünglich gesagt?
- Wer spricht jetzt über diese Person?
So findest du leichter das richtige Pronomen.
„Ich“ wird oft zu „er“ oder „sie“
Einfacher Wechsel
Wenn eine Person in der direkten Rede „ich“ sagt, wird daraus in der indirekten Rede oft „er“ oder „sie“.
Beispiele:
- Direkt: Maria sagt: „Ich komme später.“
- Indirekt: Maria sagt, dass sie später kommt.
- Direkt: Tom sagt: „Ich bin krank.“
- Indirekt: Tom sagt, dass er krank ist.
Das ist eine der häufigsten Veränderungen.
Noch mehr Beispiele
- Direkt: Lea sagt: „Ich lerne heute Deutsch.“
- Indirekt: Lea sagt, dass sie heute Deutsch lernt.
- Direkt: Max sagt: „Ich gehe nach Hause.“
- Indirekt: Max sagt, dass er nach Hause geht.
Diese Regel ist sehr wichtig für die indirekte Rede.
„Du“ und „wir“ richtig anpassen
„Du“ verändert sich je nach Situation
Das Pronomen „du“ bleibt in der indirekten Rede oft nicht gleich. Es hängt davon ab, wer gemeint ist.
Beispiel:
- Direkt: Anna fragt Paul: „Kommst du morgen?“
- Indirekt: Anna fragt Paul, ob er morgen kommt.
Hier wird „du“ zu „er“, weil Paul gemeint ist.
Noch ein Beispiel:
- Direkt: Der Lehrer fragt mich: „Hast du die Hausaufgaben gemacht?“
- Indirekt: Der Lehrer fragt mich, ob ich die Hausaufgaben gemacht habe.
Hier wird „du“ zu „ich“, weil jetzt ich die gemeinte Person bin.
„Wir“ wird oft zu „sie“
Wenn eine Gruppe in der direkten Rede „wir“ sagt, wird daraus in der indirekten Rede oft „sie“.
Beispiele:
- Direkt: Die Kinder sagen: „Wir sind müde.“
- Indirekt: Die Kinder sagen, dass sie müde sind.
- Direkt: Wir sagen: „Wir kommen später.“
- Indirekt: Sie sagen, dass sie später kommen.
Auch hier musst du überlegen, wer gemeint ist.
Possessivpronomen anpassen
„Mein“ wird oft zu „sein“ oder „ihr“
Nicht nur Personalpronomen ändern sich, sondern auch Possessivpronomen wie „mein“, „dein“ oder „unser“.
Beispiele:
- Direkt: Anna sagt: „Mein Bruder ist krank.“
- Indirekt: Anna sagt, dass ihr Bruder krank ist.
- Direkt: Paul sagt: „Mein Auto ist kaputt.“
- Indirekt: Paul sagt, dass sein Auto kaputt ist.
„Mein“ wird also an die Person angepasst.
Noch mehr Beispiele
- Direkt: Die Kinder sagen: „Unsere Lehrerin ist nett.“
- Indirekt: Die Kinder sagen, dass ihre Lehrerin nett ist.
- Direkt: Maria sagt: „Meine Wohnung ist klein.“
- Indirekt: Maria sagt, dass ihre Wohnung klein ist.
Diese Veränderung ist sehr typisch.
Zeitangaben in der indirekten Rede
Warum auch Zeitangaben manchmal geändert werden
Zeitangaben wie „heute“, „morgen“ oder „gestern“ hängen vom Zeitpunkt ab, an dem etwas gesagt wird. Wenn du später darüber berichtest, kann sich die Zeit ändern. Dann muss man manchmal die Zeitangabe anpassen.
Beispiele:
- Direkt am Montag: „Ich komme morgen.“
- Indirekt später: Er sagte, dass er am nächsten Tag komme.
„Morgen“ kann also zu „am nächsten Tag“ werden.
Manchmal bleiben Zeitangaben gleich
Oft bleiben Wörter wie „heute“, „morgen“ oder „gestern“ auch einfach stehen, wenn der Zusammenhang klar ist.
Beispiele:
- Er sagt, dass er morgen kommt.
- Sie erzählt, dass sie gestern krank war.
- Paul meint, dass er heute keine Zeit hat.
Im Alltag ist das sehr normal.
Wichtige Zeitangaben und ihre Anpassung
Typische Veränderungen
Hier sind einige häufige Zeitangaben, die sich in der indirekten Rede ändern können:
- heute → an diesem Tag
- morgen → am nächsten Tag
- gestern → am Tag davor / am vorherigen Tag
- jetzt → in diesem Moment / zu diesem Zeitpunkt
- nächste Woche → in der folgenden Woche
- letzte Woche → in der Woche davor
Diese Anpassungen sind besonders in Berichten wichtig.
Beispiele mit Anpassung
- Direkt: „Ich bin heute müde.“
- Indirekt: Er sagte, dass er an diesem Tag müde sei.
- Direkt: „Ich komme morgen zurück.“
- Indirekt: Sie sagte, dass sie am nächsten Tag zurückkomme.
- Direkt: „Ich war gestern zu Hause.“
- Indirekt: Er erzählte, dass er am Tag davor zu Hause gewesen sei.
Diese Form ist eher typisch für formellere Sprache.
Ortsangaben manchmal auch anpassen
„Hier“ und „dort“
Nicht nur Zeitangaben, auch Ortsangaben können sich ändern. Das ist wichtig, wenn sich die Perspektive ändert.
Beispiele:
- Direkt: „Ich wohne hier.“
- Indirekt: Sie sagt, dass sie dort wohnt.
- Direkt: „Hier ist es schön.“
- Indirekt: Er sagt, dass es dort schön ist.
Ob man „hier“ oder „dort“ benutzt, hängt vom Ort des Sprechens ab.
Weitere Beispiele
- Direkt: „Ich arbeite hier seit zwei Jahren.“
- Indirekt: Er sagt, dass er dort seit zwei Jahren arbeitet.
- Direkt: „Wir treffen uns hier morgen.“
- Indirekt: Sie sagen, dass sie sich dort am nächsten Tag treffen.
Diese Anpassung ist logisch, wenn Ort und Zeit nicht mehr dieselben sind.
Indirekte Rede mit „dass“ und mit Konjunktiv
Die einfache Form mit „dass“
Für viele Lernende ist die indirekte Rede mit „dass“ am einfachsten.
Beispiele:
- Anna sagt, dass sie müde ist.
- Paul meint, dass er morgen kommt.
- Der Lehrer erklärt, dass die Aufgabe leicht ist.
Hier passt man Pronomen und eventuell Zeitangaben an.
Die formellere Form mit Konjunktiv I
In Berichten und Nachrichten benutzt man oft den Konjunktiv I.
Beispiele:
- Anna sagt, sie sei müde.
- Paul meint, er komme morgen.
- Der Lehrer erklärt, die Aufgabe sei leicht.
Auch hier sind die Anpassungen bei Pronomen und Zeit wichtig.
Direkte und indirekte Rede genau vergleichen
Beispiele mit Pronomenanpassung
- Direkt: Maria sagt: „Ich habe meine Tasche vergessen.“
- Indirekt: Maria sagt, dass sie ihre Tasche vergessen hat.
- Direkt: Tom sagt: „Mein Bruder kommt morgen.“
- Indirekt: Tom sagt, dass sein Bruder morgen kommt.
Hier ändern sich „ich“ und „meine“.
Beispiele mit Zeitanpassung
- Direkt: „Ich komme morgen.“
- Indirekt: Er sagte, dass er am nächsten Tag komme.
- Direkt: „Ich war gestern krank.“
- Indirekt: Sie sagte, dass sie am Tag davor krank gewesen sei.
Hier ändern sich die Zeitwörter.
Typische Fehler bei Pronomenanpassung
„Ich“ bleibt fälschlich stehen
Viele Lernende übernehmen das Pronomen aus der direkten Rede einfach ohne Änderung.
- falsch: Anna sagt, dass ich müde bin.
- richtig: Anna sagt, dass sie müde ist.
- falsch: Paul sagt, dass ich morgen komme.
- richtig: Paul sagt, dass er morgen kommt.
Hier ist es wichtig, genau zu überlegen, wer spricht.
Possessivpronomen nicht anpassen
- falsch: Anna sagt, dass mein Bruder krank ist.
- richtig: Anna sagt, dass ihr Bruder krank ist.
- falsch: Tom meint, dass meine Wohnung klein ist.
- richtig: Tom meint, dass seine Wohnung klein ist.
Auch Possessivpronomen müssen oft geändert werden.
Typische Fehler bei Zeitangaben
Zeitangaben ohne Nachdenken übernehmen
Manchmal ist es richtig, Zeitangaben einfach zu lassen. Manchmal muss man sie aber anpassen. Viele Lernende denken darüber nicht genug nach.
- Direkt: „Ich komme morgen.“
- Später berichtet: Er sagte, dass er morgen komme. = möglich, wenn der Zeitpunkt noch klar ist
- Genauer: Er sagte, dass er am nächsten Tag komme.
Beide Formen können möglich sein. Wichtig ist, ob der Zusammenhang klar ist.
Bei Berichten oft genauer formulieren
In formelleren Berichten passt man Zeitangaben häufiger an.
- heute → an diesem Tag
- morgen → am nächsten Tag
- gestern → am Tag davor
So klingt der Bericht genauer.
Kurzer Lesetext
Im Deutschkurs erklärt die Lehrerin heute, dass in der indirekten Rede oft Pronomen und Zeitangaben angepasst werden müssen. Sie schreibt zuerst an die Tafel: „Ich komme morgen.“ Danach zeigt sie die indirekte Form: „Er sagt, dass er morgen kommt.“ Dann erklärt sie, dass man in einem späteren Bericht auch sagen könne: „Er sagte, dass er am nächsten Tag komme.“ Später üben die Lernenden Possessivpronomen. Ein Beispiel ist: „Meine Schwester ist krank.“ Die Lehrerin zeigt dazu den Satz: „Anna sagt, dass ihre Schwester krank ist.“ So verstehen die Teilnehmenden Schritt für Schritt, wie die Anpassung funktioniert.
Wichtige Beispiele aus dem Lesetext
- dass in der indirekten Rede oft Pronomen und Zeitangaben angepasst werden müssen
- Er sagt, dass er morgen kommt.
- Er sagte, dass er am nächsten Tag komme.
- Anna sagt, dass ihre Schwester krank ist.
Einfache Dialoge
Dialog mit Pronomenanpassung
A: Was hat Maria gesagt?
B: Sie hat gesagt, dass sie müde ist.
A: Und warum?
B: Weil sie schlecht geschlafen hat.
Dialog mit Zeitanpassung
A: Was hat Paul gestern gesagt?
B: Er hat gesagt, dass er am nächsten Tag kommt.
A: Also heute?
B: Ja, genau.
Dialog mit Possessivpronomen
A: Was hat Anna erzählt?
B: Sie hat erzählt, dass ihre Mutter krank ist.
A: Oh, das ist schade.
B: Ja, hoffentlich geht es ihr bald besser.
Dialog mit Ortsanpassung
A: Was hat Tom gesagt?
B: Er hat gesagt, dass er dort arbeitet.
A: Arbeitet er schon lange dort?
B: Ja, seit zwei Jahren.
Wortschatz zum Thema Zeit- und Pronomenanpassung
- die indirekte Rede = Wiedergabe einer Aussage in anderer Form
- das Pronomen = ein Wort wie ich, du, er, sie
- das Possessivpronomen = ein Wort wie mein, dein, sein, ihr
- die Zeitangabe = ein Wort wie heute, morgen, gestern
- die Ortsangabe = ein Wort wie hier, dort
- anpassen = verändern, damit es zum Satz passt
- die Perspektive = aus welcher Sicht man spricht
- der Zusammenhang = die Situation, in der etwas gesagt wird
- die Wiedergabe = das Weitererzählen einer Aussage
- formell = eher offiziell und sachlich
Nützliche Satzmuster
Mit Pronomenanpassung
- Anna sagt, dass sie …
- Paul meint, dass er …
- Die Kinder sagen, dass sie …
Beispiele:
- Anna sagt, dass sie müde ist.
- Paul meint, dass er keine Zeit hat.
- Die Kinder sagen, dass sie später kommen.
Mit Possessivpronomen
- Sie sagt, dass ihr …
- Er sagt, dass sein …
- Sie erzählen, dass ihre …
Beispiele:
- Sie sagt, dass ihre Mutter krank ist.
- Er sagt, dass sein Bruder in Berlin wohnt.
- Sie erzählen, dass ihre Lehrerin nett ist.
Mit Zeitanpassung
- Er sagt, dass er morgen …
- Er sagte, dass er am nächsten Tag …
- Sie sagte, dass sie am Tag davor …
Beispiele:
- Er sagt, dass er morgen kommt.
- Er sagte, dass er am nächsten Tag komme.
- Sie sagte, dass sie am Tag davor krank gewesen sei.
Mit Ortsanpassung
- Er sagt, dass er dort …
- Sie meint, dass es dort …
Beispiele:
- Er sagt, dass er dort wohnt.
- Sie meint, dass es dort schön ist.
Kleine Schreibhilfe
- Er sagt, dass er …
- Sie meint, dass sie …
- Anna sagt, dass ihre …
- Paul erklärt, dass sein …
- Er sagt, dass er morgen …
- Er sagte, dass er am nächsten Tag …
- Sie erzählt, dass sie am Tag davor …
- Er sagt, dass er dort …
Mit diesen Grundlagen kannst du Zeit- und Pronomenanpassung in der indirekten Rede besser verstehen und sicherer anwenden. So lernst du, Aussagen anderer Personen genauer, klarer und natürlicher wiederzugeben.
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