Die indirekte Rede ist im Deutschen sehr wichtig. Man benutzt sie, wenn man wiedergeben möchte, was eine andere Person gesagt, gefragt oder verlangt hat. Im Alltag, in der Schule, im Beruf und in Berichten kommt diese Form oft vor. Auf B2-Niveau soll man die indirekte Rede sicher verstehen und anwenden können. Auch wenn du noch auf A1–A2-Niveau lernst, kannst du die Grundideen schon gut mit einfachen Übungen trainieren. In diesem Text wiederholst du die wichtigsten Regeln und machst viele kleine Übungen. So lernst du Schritt für Schritt, wie die indirekte Rede im Deutschen funktioniert.
Was ist indirekte Rede?
Die Grundidee einfach erklärt
Mit der indirekten Rede gibst du wieder, was eine andere Person gesagt hat. Du benutzt also nicht mehr genau dieselben Worte, sondern formulierst den Inhalt neu.
Beispiele:
- Direkt: Anna sagt: „Ich bin müde.“
- Indirekt: Anna sagt, dass sie müde ist.
- Direkt: Paul sagt: „Ich komme morgen.“
- Indirekt: Paul sagt, dass er morgen kommt.
Die Information bleibt gleich, aber die Form wird verändert.
Was sich oft ändert
In der indirekten Rede ändern sich oft:
- Pronomen
- Zeitangaben
- Wortstellung
Darauf musst du bei den Übungen achten.
Kurze Wiederholung: Aussagen indirekt wiedergeben
Mit „dass“
Die einfachste Form für Anfänger ist der „dass“-Satz.
Beispiele:
- Er sagt, dass er krank ist.
- Sie meint, dass sie später kommt.
- Der Lehrer erklärt, dass die Aufgabe leicht ist.
Wichtig: Nach „dass“ steht das Verb am Ende.
Mit Konjunktiv I
Auf B2-Niveau ist auch der Konjunktiv I wichtig.
Beispiele:
- Er sagt, er sei krank.
- Sie meint, sie komme später.
- Der Lehrer erklärt, die Aufgabe sei leicht.
Diese Form klingt formeller und ist oft typisch für Berichte.
Übung: Aussagen mit „dass“ bilden
Setze die Sätze in die indirekte Rede
Forme die direkte Rede in einen „dass“-Satz um.
- Anna sagt: „Ich bin müde.“
- Paul sagt: „Ich habe keine Zeit.“
- Lea sagt: „Ich komme morgen.“
- Der Lehrer sagt: „Die Übung ist einfach.“
Lösungen:
- Anna sagt, dass sie müde ist.
- Paul sagt, dass er keine Zeit hat.
- Lea sagt, dass sie morgen kommt.
- Der Lehrer sagt, dass die Übung einfach ist.
Worauf musst du achten?
- „ich“ wird oft zu „er“ oder „sie“
- Das Verb steht am Ende
- Die Aussage bleibt gleich
Übung: Aussagen mit Konjunktiv I
Setze die richtige Form ein
Ergänze die passende Konjunktiv-I-Form.
- Er sagt, er ______ krank. (sein)
- Sie meint, sie ______ keine Zeit. (haben)
- Paul sagt, er ______ morgen. (kommen)
- Die Lehrerin erklärt, die Aufgabe ______ nicht schwer. (sein)
Lösungen:
- Er sagt, er sei krank.
- Sie meint, sie habe keine Zeit.
- Paul sagt, er komme morgen.
- Die Lehrerin erklärt, die Aufgabe sei nicht schwer.
Wichtige Formen
- sein → sei
- haben → habe
- kommen → komme
- werden → werde
Diese Formen solltest du gut kennen.
Kurze Wiederholung: Indirekte Fragen
Ja-Nein-Fragen mit „ob“
Ja-Nein-Fragen gibt man oft mit „ob“ wieder.
Beispiele:
- Direkt: „Kommst du morgen?“
- Indirekt: Er fragt, ob ich morgen komme.
- Direkt: „Ist der Kurs schwer?“
- Indirekt: Sie fragt, ob der Kurs schwer ist.
W-Fragen mit Fragewort
Bei W-Fragen bleibt das Fragewort meistens erhalten.
Beispiele:
- Direkt: „Wann beginnt der Kurs?“
- Indirekt: Er fragt, wann der Kurs beginnt.
- Direkt: „Warum bist du zu spät?“
- Indirekt: Sie fragt, warum ich zu spät bin.
Übung: Ja-Nein-Fragen indirekt wiedergeben
Ergänze „ob“
Setze „ob“ an die richtige Stelle.
- Er fragt, ______ ich morgen komme.
- Sie möchte wissen, ______ der Laden geöffnet ist.
- Ich weiß nicht, ______ das stimmt.
- Wir fragen uns, ______ der Bus schon da ist.
Lösungen:
- Er fragt, ob ich morgen komme.
- Sie möchte wissen, ob der Laden geöffnet ist.
- Ich weiß nicht, ob das stimmt.
- Wir fragen uns, ob der Bus schon da ist.
Wichtige Regel
Bei einer Ja-Nein-Frage brauchst du in der indirekten Rede meistens „ob“.
Übung: W-Fragen indirekt wiedergeben
Setze das richtige Fragewort ein
Ergänze das passende Fragewort.
- Er fragt, ______ der Film beginnt.
- Sie möchte wissen, ______ ich wohne.
- Ich weiß nicht, ______ du traurig bist.
- Wir fragen, ______ das funktioniert.
Lösungen:
- Er fragt, wann der Film beginnt.
- Sie möchte wissen, wo ich wohne.
- Ich weiß nicht, warum du traurig bist.
- Wir fragen, wie das funktioniert.
Noch einmal die Regel
Bei W-Fragen bleibt das Fragewort meistens erhalten. Das Verb steht am Ende.
Kurze Wiederholung: Aufforderungen indirekt wiedergeben
Mit „sollen“
Direkte Aufforderungen gibt man oft mit „sollen“ wieder.
Beispiele:
- Direkt: „Komm pünktlich.“
- Indirekt: Er sagt, ich soll pünktlich kommen.
- Direkt: „Lest den Text.“
- Indirekt: Die Lehrerin sagt, wir sollen den Text lesen.
Mit „bitten“ und „zu“
Bitten gibt man oft mit „bitten“ und Infinitiv mit „zu“ wieder.
Beispiele:
- Direkt: „Hilf mir bitte.“
- Indirekt: Er bittet mich, ihm zu helfen.
- Direkt: „Komm bitte früher.“
- Indirekt: Sie bittet mich, früher zu kommen.
Übung: Aufforderungen mit „sollen“
Forme die Sätze um
Schreibe die Aufforderung in indirekter Form mit „sollen“.
- Der Lehrer sagt: „Macht die Bücher auf.“
- Meine Mutter sagt: „Räum dein Zimmer auf.“
- Der Arzt sagt: „Schlafen Sie mehr.“
- Der Chef sagt: „Kommt pünktlich.“
Lösungen:
- Der Lehrer sagt, wir sollen die Bücher aufmachen.
- Meine Mutter sagt, ich soll mein Zimmer aufräumen.
- Der Arzt sagt, ich soll mehr schlafen.
- Der Chef sagt, wir sollen pünktlich kommen.
Worauf musst du achten?
Auch hier ändern sich oft die Pronomen.
- dein → mein
- ihr → wir
Das hängt davon ab, wer spricht und wer berichtet.
Übung: Bitten indirekt wiedergeben
Forme die Sätze mit „bitten“ um
Schreibe eine indirekte Form mit „bitten“ und „zu“.
- Paul sagt: „Hilf mir bitte.“
- Anna sagt: „Ruf mich später an.“
- Die Lehrerin sagt: „Erklärt das noch einmal.“
- Der Nachbar sagt: „Schließen Sie bitte das Fenster.“
Mögliche Lösungen:
- Paul bittet mich, ihm zu helfen.
- Anna bittet mich, sie später anzurufen.
- Die Lehrerin bittet uns, das noch einmal zu erklären.
- Der Nachbar bittet uns, das Fenster zu schließen.
Wichtige Struktur
- jemanden bitten, etwas zu tun
Diese Struktur ist sehr häufig und wichtig.
Übung: Pronomen anpassen
Setze das richtige Pronomen ein
Achte auf „ich“, „du“, „mein“, „dein“ und andere Pronomen.
- Anna sagt: „Ich bin müde.“ → Anna sagt, dass ______ müde ist.
- Paul sagt: „Mein Bruder ist krank.“ → Paul sagt, dass ______ Bruder krank ist.
- Die Kinder sagen: „Wir kommen später.“ → Die Kinder sagen, dass ______ später kommen.
- Lea fragt Tom: „Kommst du morgen?“ → Lea fragt Tom, ob ______ morgen kommt.
Lösungen:
- Anna sagt, dass sie müde ist.
- Paul sagt, dass sein Bruder krank ist.
- Die Kinder sagen, dass sie später kommen.
- Lea fragt Tom, ob er morgen kommt.
Warum diese Übung wichtig ist
Viele Fehler in der indirekten Rede entstehen bei den Pronomen. Darum ist diese Übung besonders wichtig.
Übung: Zeitangaben anpassen
Überlege, ob du die Zeitangabe ändern musst
Manchmal bleibt die Zeitangabe gleich, manchmal wird sie angepasst.
- Direkt: „Ich komme morgen.“
- Indirekt später: Er sagte, dass er ______ komme.
- Direkt: „Ich war gestern krank.“
- Indirekt später: Sie sagte, dass sie ______ krank gewesen sei.
Lösungen:
- Er sagte, dass er am nächsten Tag komme.
- Sie sagte, dass sie am Tag davor krank gewesen sei.
Wichtige Zeitwörter
- morgen → am nächsten Tag
- gestern → am Tag davor
- heute → an diesem Tag
In Alltagssprache bleiben diese Wörter oft auch einfach stehen. In Berichten passt man sie öfter an.
Gemischte Übung: Welche Form passt?
Aussage, Frage oder Aufforderung?
Überlege: Ist es eine Aussage, eine Frage oder eine Aufforderung? Dann bilde die passende indirekte Form.
- „Ich habe Hunger.“
- „Kommst du morgen?“
- „Hilf mir bitte.“
- „Wir sind müde.“
- „Lest den Text.“
Mögliche Lösungen:
- Er sagt, dass er Hunger hat. / Er sagt, er habe Hunger.
- Er fragt, ob ich morgen komme.
- Er bittet mich, ihm zu helfen.
- Sie sagen, dass sie müde sind. / Sie sagen, sie seien müde.
- Die Lehrerin sagt, wir sollen den Text lesen.
Warum diese Übung gut ist
So lernst du, die verschiedenen Arten der indirekten Rede zu unterscheiden.
Kurzer Lesetext
Im Deutschkurs üben die Lernenden heute die indirekte Rede. Die Lehrerin erklärt zuerst, dass man Aussagen oft mit „dass“ oder mit Konjunktiv I wiedergeben kann. Danach fragt sie, ob die Klasse schon einmal indirekte Fragen geübt hat. Später bittet sie die Lernenden, einige direkte Sätze in indirekte Formen umzuwandeln. Ein Schüler sagt, dass er bei den Pronomen noch unsicher ist. Eine Schülerin meint, dass die Fragen mit „ob“ für sie leichter sind. Am Ende sagt die Lehrerin, die Klasse habe heute schon gute Fortschritte gemacht.
Wichtige Beispiele aus dem Lesetext
- dass man Aussagen oft mit „dass“ oder mit Konjunktiv I wiedergeben kann
- ob die Klasse schon einmal indirekte Fragen geübt hat
- sie bittet die Lernenden, einige direkte Sätze … umzuwandeln
- ein Schüler sagt, dass er bei den Pronomen noch unsicher ist
- die Klasse habe heute schon gute Fortschritte gemacht
Einfache Dialoge
Dialog mit einer Aussage
A: Was hat Anna gesagt?
B: Sie hat gesagt, dass sie müde ist.
A: Und warum?
B: Weil sie wenig geschlafen hat.
Dialog mit einer Frage
A: Was wollte Paul wissen?
B: Er hat gefragt, ob du morgen kommst.
A: Und was hast du gesagt?
B: Dass ich noch nicht sicher bin.
Dialog mit einer Aufforderung
A: Was hat die Lehrerin gesagt?
B: Sie hat gesagt, wir sollen den Text lesen.
A: Und danach?
B: Danach sollen wir Fragen beantworten.
Dialog mit einer Bitte
A: Was wollte Tom von dir?
B: Er hat mich gebeten, ihm kurz zu helfen.
A: Hast du geholfen?
B: Ja, natürlich.
Wortschatz zum Thema indirekte Rede
- die indirekte Rede = Wiedergabe einer fremden Aussage in neuer Form
- die Aussage = das, was jemand sagt
- die Frage = etwas, auf das man eine Antwort möchte
- die Aufforderung = ein Satz, mit dem jemand etwas tun soll
- die Bitte = eine freundliche Aufforderung
- der Konjunktiv = eine besondere Verbform
- das Pronomen = ein Wort wie ich, du, er, sie
- die Zeitangabe = ein Wort wie heute, morgen, gestern
- anpassen = verändern, damit es passt
- umwandeln = in eine andere Form bringen
Nützliche Satzmuster
Für Aussagen
- Er sagt, dass …
- Sie meint, dass …
- Er sagt, er sei …
- Sie meint, sie habe …
Beispiele:
- Er sagt, dass er müde ist.
- Sie meint, dass das nicht stimmt.
- Er sagt, er sei krank.
- Sie meint, sie habe keine Zeit.
Für Fragen
- Er fragt, ob …
- Sie möchte wissen, wann …
- Ich weiß nicht, warum …
Beispiele:
- Er fragt, ob ich morgen komme.
- Sie möchte wissen, wann der Kurs beginnt.
- Ich weiß nicht, warum er zu spät ist.
Für Aufforderungen
- Er sagt, ich soll …
- Sie bittet mich, … zu …
- Der Arzt rät mir, … zu …
Beispiele:
- Er sagt, ich soll früher kommen.
- Sie bittet mich, ihr zu helfen.
- Der Arzt rät mir, mehr zu schlafen.
Typische Fehler
Die falsche Form wählen
Viele Lernende benutzen dieselbe Struktur für alles. Aber Aussagen, Fragen und Aufforderungen brauchen oft verschiedene Formen.
- Aussage: Er sagt, dass er müde ist.
- Frage: Er fragt, ob ich komme.
- Aufforderung: Er sagt, ich soll kommen.
Das Verb nicht ans Ende setzen
Bei „dass“-Sätzen und indirekten Fragen steht das Verb am Ende.
- falsch: Sie sagt, dass sie ist müde.
- richtig: Sie sagt, dass sie müde ist.
- falsch: Er fragt, ob ich komme morgen.
- richtig: Er fragt, ob ich morgen komme.
„Zu“ vergessen
Bei Strukturen mit „bitten“, „raten“ oder „empfehlen“ braucht man oft „zu“.
- falsch: Sie bittet mich, ihr helfen.
- richtig: Sie bittet mich, ihr zu helfen.
Pronomen nicht anpassen
Auch das ist ein häufiger Fehler.
- falsch: Anna sagt, dass ich müde bin.
- richtig: Anna sagt, dass sie müde ist.
Kleine Schreibhilfe
- Er sagt, dass …
- Sie meint, dass …
- Er sagt, er sei …
- Sie fragt, ob …
- Er möchte wissen, wann …
- Ich weiß nicht, warum …
- Er sagt, ich soll …
- Sie bittet mich, … zu …
- Der Arzt rät mir, … zu …
- Die Lehrerin fordert uns auf, … zu …
Mit diesen Übungen kannst du die indirekte Rede im Deutschen besser verstehen und sicherer anwenden. So lernst du, Aussagen, Fragen und Aufforderungen klar, richtig und natürlich weiterzugeben.
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