In diesem Text findest du einfache Übungen zur indirekten Rede in deutschen Texten. Das Thema gehört zu einem höheren Niveau, aber wir arbeiten mit klaren Erklärungen, kurzen Beispielen und kleinen Übungen. Die indirekte Rede ist wichtig, wenn du wiedergeben möchtest, was andere Personen sagen, erklären, fragen, behaupten oder berichten. In Texten, Berichten und Zusammenfassungen kommt sie sehr oft vor. Schritt für Schritt lernst du hier, wie du Aussagen, Fragen und Aufforderungen indirekt wiedergeben kannst.
Was ist indirekte Rede?
Indirekte Rede bedeutet: Du zitierst nicht die genauen Originalwörter, sondern gibst den Inhalt mit anderen Worten wieder.
Direkte und indirekte Form
Direkt:
Maria sagt: „Ich bin müde.“
Indirekt:
Maria sagt, sie sei müde.
Einfach erklärt
In der direkten Rede stehen die echten Worte einer Person.
In der indirekten Rede berichtest du nur, was die Person gesagt hat.
Wichtige Wörter
- die indirekte Rede
- die direkte Rede
- die Aussage
- die Wiedergabe
- der Inhalt
- der Konjunktiv I
- berichten
- erklären
- fragen
- behaupten
Warum ist indirekte Rede in Texten wichtig?
In Berichten, Artikeln, Protokollen, Zusammenfassungen und Prüfungen musst du oft Informationen weitergeben. Du sollst dann zeigen, dass diese Informationen von anderen Personen oder Quellen kommen. Die indirekte Rede hilft dir dabei.
Beispiele
Der Sprecher erklärt, die Lage sei ruhig.
Die Zeitung berichtet, die Preise stiegen weiter.
Die Lehrerin sagt, die Aufgabe sei nicht schwer.
Einfach erklärt
Mit der indirekten Rede klingt dein Text sachlicher und genauer. Du zeigst: Das ist eine berichtete Aussage.
Der Konjunktiv I kurz wiederholt
Für die indirekte Rede benutzt man oft den Konjunktiv I. Besonders wichtig sind die Formen von sein, haben und häufigen Verben.
Wichtige Formen
- er sei
- sie habe
- er komme
- sie bleibe
- es gebe
Beispiele
Er sagt, er sei krank.
Sie erklärt, sie habe keine Zeit.
Der Bericht zeigt, die Lage bleibe schwierig.
Einfach erklärt
Diese Formen sind typisch für berichtete Aussagen. Sie helfen dir, Distanz und Neutralität auszudrücken.
Übung 1: Direkte Aussagen in indirekte Rede umformen
Forme die direkten Aussagen in indirekte Rede um.
Aufgaben
- Tom sagt: „Ich bin müde.“
- Anna sagt: „Ich habe keine Zeit.“
- Die Lehrerin erklärt: „Die Aufgabe ist leicht.“
- Der Schüler sagt: „Ich komme morgen.“
Mögliche Lösungen
Tom sagt, er sei müde.
Anna sagt, sie habe keine Zeit.
Die Lehrerin erklärt, die Aufgabe sei leicht.
Der Schüler sagt, er komme morgen.
Einfach erklärt
Du musst oft zwei Dinge ändern:
- das Pronomen
- die Verbform
Ich wird oft zu er oder sie.
Übung 2: Passende Einleitungsverben wählen
Nicht immer passt nur sagen. In guten Texten benutzt man verschiedene Verben.
Wichtige Verben
- sagen
- erklären
- berichten
- behaupten
- betonen
- schildern
Aufgaben
Wähle ein passendes Verb:
- Der Sprecher ___, die Lage sei ruhig.
- Die Zeitung ___, die Preise stiegen weiter.
- Der Zeuge ___, er habe ein lautes Geräusch gehört.
- Der Politiker ___, er habe nichts davon gewusst.
Mögliche Lösungen
Der Sprecher erklärt, die Lage sei ruhig.
Die Zeitung berichtet, die Preise stiegen weiter.
Der Zeuge schildert, er habe ein lautes Geräusch gehört.
Der Politiker behauptet, er habe nichts davon gewusst.
Einfach erklärt
Mit verschiedenen Verben klingt dein Text genauer und differenzierter.
Übung 3: Indirekte Fragen mit ob
Ja-Nein-Fragen werden in der indirekten Rede oft mit ob gebildet.
Aufgaben
- Er fragt: „Kommst du morgen?“
- Sie möchte wissen: „Hast du Zeit?“
- Der Lehrer fragt: „Ist die Aufgabe klar?“
Mögliche Lösungen
Er fragt, ob sie morgen komme.
Sie möchte wissen, ob er Zeit habe.
Der Lehrer fragt, ob die Aufgabe klar sei.
Einfach erklärt
Bei Ja-Nein-Fragen brauchst du oft ob. Das Verb steht dann am Ende.
Übung 4: Indirekte Fragen mit Fragewörtern
Wenn die direkte Frage ein Fragewort hat, bleibt dieses Wort in der indirekten Rede erhalten.
Aufgaben
- Sie fragt: „Wann kommst du?“
- Er fragt: „Warum bist du müde?“
- Der Lehrer fragt: „Wie löst ihr die Aufgabe?“
- Sie möchte wissen: „Wo wohnst du?“
Mögliche Lösungen
Sie fragt, wann er komme.
Er fragt, warum sie müde sei.
Der Lehrer fragt, wie sie die Aufgabe lösten.
Sie möchte wissen, wo er wohne.
Einfach erklärt
Das Fragewort bleibt. Aber der Satz wird zum Nebensatz, deshalb steht das Verb am Ende.
Übung 5: Aufforderungen indirekt wiedergeben
Aufforderungen werden oft mit einem Infinitiv und zu wiedergegeben.
Aufgaben
- Die Lehrerin sagt: „Macht die Aufgabe zu Hause fertig.“
- Die Mutter sagt: „Komm morgen pünktlich.“
- Der Arzt sagt: „Trinken Sie mehr Wasser.“
- Der Trainer sagt: „Übt jeden Tag.“
Mögliche Lösungen
Die Lehrerin fordert die Lernenden auf, die Aufgabe zu Hause fertig zu machen.
Die Mutter bittet ihn, am nächsten Tag pünktlich zu kommen.
Der Arzt rät ihm, mehr Wasser zu trinken.
Der Trainer fordert die Gruppe auf, jeden Tag zu üben.
Einfach erklärt
Hier benutzt man oft Verben wie:
- bitten
- auffordern
- raten
- empfehlen
Übung 6: Pronomen richtig verschieben
In der indirekten Rede ändern sich oft die Pronomen.
Aufgaben
- Maria sagt: „Ich habe meine Hausaufgaben gemacht.“
- Paul sagt: „Mein Bruder wohnt in Berlin.“
- Die Kinder sagen: „Wir spielen heute im Garten.“
Mögliche Lösungen
Maria sagt, sie habe ihre Hausaufgaben gemacht.
Paul sagt, sein Bruder wohne in Berlin.
Die Kinder sagen, sie spielten an diesem Tag im Garten.
Einfach erklärt
Du musst überlegen: Wer spricht? Und über wen rede ich jetzt?
Übung 7: Zeitangaben anpassen
In Texten ändern sich oft auch Zeitangaben.
Wichtige Veränderungen
- heute → an diesem Tag
- gestern → am Vortag
- morgen → am nächsten Tag
- hier → dort
Aufgaben
- Er sagt: „Ich komme morgen.“
- Sie sagt: „Ich war gestern krank.“
- Tom sagt: „Ich bleibe heute hier.“
Mögliche Lösungen
Er sagt, er komme am nächsten Tag.
Sie sagt, sie sei am Vortag krank gewesen.
Tom sagt, er bleibe an diesem Tag dort.
Einfach erklärt
Wenn du eine Aussage später wiedergibst, musst du oft die Perspektive ändern.
Übung 8: Konjunktiv I oder Konjunktiv II?
Manchmal sieht der Konjunktiv I genauso aus wie der Indikativ. Dann benutzt man oft den Konjunktiv II.
Aufgaben
- Sie sagen, sie ___ morgen. (kommen / kämen)
- Die Eltern erklären, sie ___ keine Zeit. (haben / hätten)
- Er sagt, er ___ krank. (sei / wäre)
- Man berichtet, die Preise ___ weiter. (steigen / stiegen)
Mögliche Lösungen
Sie sagen, sie kämen morgen.
Die Eltern erklären, sie hätten keine Zeit.
Er sagt, er sei krank.
Man berichtet, die Preise stiegen weiter.
Einfach erklärt
Konjunktiv II hilft oft, wenn die indirekte Rede deutlicher sein soll.
Übung 9: Berichtssprache formulieren
In Texten auf höherem Niveau reicht es oft nicht, nur einfache Alltagssätze zu schreiben. Du brauchst auch typische Berichtssprache.
Aufgaben
Formuliere die direkten Aussagen als Berichtssprache:
- „Die Lage ist ruhig.“
- „Wir haben alles vorbereitet.“
- „Es gibt keine Verletzten.“
- „Die Gespräche gehen weiter.“
Mögliche Lösungen
Der Sprecher erklärt, die Lage sei ruhig.
Die Verantwortlichen geben an, sie hätten alles vorbereitet.
Nach Angaben der Polizei habe es keine Verletzten gegeben.
Berichten zufolge gingen die Gespräche weiter.
Einfach erklärt
So klingt dein Text sachlicher und professioneller.
Übung 10: Aussagen bewerten und distanzieren
In Texten soll man oft nicht zu direkt urteilen. Stattdessen formuliert man vorsichtiger.
Aufgaben
Formuliere vorsichtiger:
- Die Firma hat große Probleme.
- Die Entscheidung ist falsch.
- Die Lage wird schlimmer.
Mögliche Lösungen
Berichten zufolge habe die Firma große Probleme.
Die Entscheidung wird von mehreren Seiten kritisch bewertet.
Es wird vermutet, dass sich die Lage verschlechtere.
Einfach erklärt
Mit solchen Formulierungen zeigst du mehr Distanz und Genauigkeit.
Kurzer Lesetext
Im Deutschkurs üben die Lernenden heute die indirekte Rede in Texten. Zuerst erklärt die Lehrerin, dass man in Berichten und Zusammenfassungen oft nicht direkt zitiert, sondern Aussagen verändert wiedergibt. Sie schreibt an die Tafel: „Die Lage ist ruhig.“ Danach formuliert sie den Satz um: „Der Sprecher erklärt, die Lage sei ruhig.“ Die Lernenden sehen, dass der zweite Satz sachlicher klingt.
Später üben sie Fragen und Aufforderungen. Maria schreibt: „Der Journalist fragt, ob weitere Gespräche geplant seien.“ Karim formuliert: „Die Lehrerin fordert die Lernenden auf, die Aufgabe zu Hause fertig zu machen.“ Am Ende verstehen die Lernenden besser, dass indirekte Rede nicht nur aus Konjunktiv I besteht. Auch passende Verben, Pronomen, Zeitangaben und ein sachlicher Stil sind wichtig.
Fragen zum Lesetext
- Was üben die Lernenden heute?
- Welchen direkten Satz schreibt die Lehrerin zuerst an die Tafel?
- Welche umformulierte Version zeigt sie?
- Was schreibt Maria?
- Was formuliert Karim?
Kurzer Dialog
Lea: Ich finde indirekte Rede in Texten schwerer als in Gesprächen.
Ben: Ja, weil man in Texten oft genauer und sachlicher formulieren muss.
Lea: Was ist dabei am wichtigsten?
Ben: Der Konjunktiv, die richtigen Verben und die passende Perspektive.
Lea: Also auch Pronomen und Zeitangaben?
Ben: Genau. Und auch die Frage, wie neutral dein Text klingen soll.
Nützliche Sätze aus dem Dialog
- In Texten muss ich oft sachlicher formulieren.
- Ich achte auf den Konjunktiv und auf passende Verben.
- Auch Pronomen und Zeitangaben sind wichtig.
- Mein Text soll möglichst neutral klingen.
Typische Fehler bei der indirekten Rede in Texten
Viele Lernende machen ähnliche Fehler. Das ist normal. Wichtig ist, dass du auf Grammatik und Stil achtest.
Häufige Fehler
- immer nur sagen benutzen
- den Konjunktiv vergessen
- Pronomen nicht ändern
- Zeitangaben nicht anpassen
- Fragen und Aufforderungen falsch umformen
Falsch und richtig
Falsch: Maria sagt, ich bin müde.
Richtig: Maria sagt, sie sei müde.
Falsch: Er fragt, kommt sie morgen.
Richtig: Er fragt, ob sie morgen komme.
Falsch: Die Lehrerin sagt, macht die Aufgabe zu Hause.
Richtig: Die Lehrerin fordert die Lernenden auf, die Aufgabe zu Hause zu machen.
Falsch: Die Zeitung sagt, die Preise steigen.
Besser: Die Zeitung berichtet, die Preise stiegen.
Mini-Übungen zum freien Training
Forme in indirekte Rede um
- „Ich bin krank.“
- „Wir kommen morgen.“
- „Warum bist du müde?“
- „Hilf mir bitte.“
Beispielantworten
Er sagt, er sei krank.
Sie sagen, sie kämen am nächsten Tag.
Er fragt, warum sie müde sei.
Sie bittet ihn, ihr zu helfen.
Ergänze ein passendes Verb
- Die Zeitung ___, die Preise stiegen weiter.
- Der Sprecher ___, die Lage sei stabil.
- Der Zeuge ___, er habe Rauch gesehen.
Beispielantworten
Die Zeitung berichtet, die Preise stiegen weiter.
Der Sprecher erklärt, die Lage sei stabil.
Der Zeuge schildert, er habe Rauch gesehen.
Wichtiger Wortschatz zum Wiederholen
- die indirekte Rede
- der Konjunktiv I
- die Aussage
- die Wiedergabe
- die Perspektive
- das Pronomen
- die Zeitangabe
- berichten
- erklären
- schildern
- behaupten
- ob
- auffordern
- bitten
- sachlich
Weitere einfache Beispielsätze
Der Sprecher erklärt, die Lage sei ruhig.
Die Zeitung berichtet, die Preise stiegen weiter.
Nach Angaben der Polizei habe es keine Verletzten gegeben.
Der Journalist fragt, ob weitere Gespräche geplant seien.
Die Lehrerin fordert die Lernenden auf, die Aufgabe zu Hause fertig zu machen.
Maria sagt, sie habe an diesem Tag keine Zeit.
Mit diesen Übungen kann ich die indirekte Rede in Texten sicherer benutzen.
So werden meine deutschen Texte genauer, sachlicher und stilistisch stärker.
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