Im Deutschen sind Nominalisierungen sehr wichtig. Man findet sie oft in Gesprächen, in Aufgaben, in offiziellen Texten, in E-Mails und in der Schule. Eine Nominalisierung bedeutet: Ein Verb oder ein Adjektiv wird wie ein Nomen benutzt. Dadurch verändert sich der Satz. Die Sprache klingt oft sachlicher, formeller oder kompakter. Auf B2-Niveau soll man solche Formen gut verstehen und richtig anwenden können. Auch wenn du noch auf A1–A2-Niveau lernst, kannst du die Grundidee schon einfach verstehen. In diesem Text lernst du Schritt für Schritt, was Nominalisierungen sind, wie sie gebildet werden und wie du sie im Deutschen richtig benutzt.
Was ist eine Nominalisierung?
Die Grundidee einfach erklärt
Bei einer Nominalisierung wird aus einem anderen Wort ein Nomen. Das kann ein Verb oder ein Adjektiv sein. Das neue Wort schreibt man groß.
Beispiele:
- lernen → das Lernen
- lesen → das Lesen
- gut → das Gute
- neu → das Neue
So wird aus einer Handlung oder Eigenschaft ein Nomen.
Warum Nominalisierungen wichtig sind
Nominalisierungen sind nützlich, weil man mit ihnen Sätze anders und oft kürzer ausdrücken kann. Sie sind besonders wichtig:
- in formellen Texten
- in Berichten
- in Anweisungen
- in Grammatikaufgaben
- in offiziellen E-Mails
Wenn du Nominalisierungen gut verstehst, kannst du viele deutsche Texte leichter lesen.
Verben nominalisieren
Mit dem Infinitiv und „das“
Sehr oft wird ein Verb einfach mit seinem Infinitiv nominalisiert. Dann steht oft „das“ davor.
Beispiele:
- lernen → das Lernen
- schreiben → das Schreiben
- essen → das Essen
- reisen → das Reisen
Diese Form ist sehr regelmäßig und einfach.
Beispiele im Satz
- Das Lernen ist wichtig.
- Das Schreiben fällt mir noch schwer.
- Das Reisen macht vielen Menschen Spaß.
- Das Lesen hilft beim Deutschlernen.
Hier siehst du: Das Verb ist jetzt ein Nomen und wird großgeschrieben.
Adjektive nominalisieren
Mit Artikel oder Begleiter
Auch Adjektive kann man nominalisieren. Dann benutzt man oft „das“, „der“, „die“, „ein“, „eine“, „etwas“ oder „nichts“.
Beispiele:
- gut → das Gute
- schön → etwas Schönes
- neu → das Neue
- bekannt → ein Bekannter
Diese Form ist im Deutschen sehr häufig.
Beispiele im Satz
- Das Gute daran ist die Ruhe.
- Ich habe etwas Schönes gesehen.
- Es gibt nichts Neues.
- Ein Bekannter hat mir geholfen.
Hier werden Eigenschaften oder Personen als Nomen benutzt.
Woran erkennt man Nominalisierungen?
Großschreibung
Ein sehr wichtiges Zeichen ist die Großschreibung. Normale Verben und Adjektive schreibt man klein. Nominalisierte Formen schreibt man groß.
Vergleich:
- Ich lerne Deutsch. → Verb
- Das Lernen von Deutsch ist wichtig. → Nomen
- Das ist etwas Schönes. → nominalisiertes Adjektiv
- Das ist ein schöner Tag. → normales Adjektiv
Die Großschreibung hilft dir beim Erkennen.
Artikel und Präpositionen
Nominalisierungen stehen oft mit einem Artikel oder nach einer Präposition.
Beispiele:
- das Lesen
- beim Lernen
- nach dem Essen
- mit etwas Neuem
Wenn du solche Formen siehst, ist es oft eine Nominalisierung.
Nominalisierte Verben im Alltag
Typische Beispiele
Viele nominalisierte Verben benutzt man sehr oft im Alltag.
- das Einkaufen
- das Kochen
- das Arbeiten
- das Schlafen
- das Aufstehen
Diese Wörter kennst du vielleicht schon, auch wenn du noch nicht bewusst an Nominalisierung gedacht hast.
Beispiele im Satz
- Das Einkaufen dauert heute lange.
- Das Kochen macht mir Spaß.
- Das Arbeiten am Computer ist manchmal anstrengend.
- Das frühe Aufstehen ist schwer.
So werden Handlungen wie Dinge behandelt.
Nominalisierte Adjektive im Alltag
Typische Beispiele
Auch nominalisierte Adjektive kommen oft im Alltag vor.
- das Gute
- das Wichtige
- das Neue
- etwas Schönes
- nichts Besonderes
Diese Formen sind sehr typisch.
Beispiele im Satz
- Das Wichtigste ist die Gesundheit.
- Wir haben etwas Interessantes gelernt.
- Es gibt nichts Neues.
- Das Beste kommt noch.
Diese Wörter helfen dir, kürzer und klarer zu sprechen.
Nominalisierungen nach Präpositionen
Sehr häufige Verbindungen
Nominalisierungen stehen oft nach Präpositionen. Das ist im Deutschen sehr wichtig.
Beispiele:
- beim Lernen
- nach dem Essen
- vor dem Schlafen
- zum Lesen
- mit etwas Neuem
- über etwas Wichtiges
Solche Formen kommen sehr oft vor.
Beispiele im Satz
- Beim Lernen höre ich oft Musik.
- Nach dem Essen trinken wir Tee.
- Vor dem Schlafen lese ich noch etwas.
- Zum Verstehen hilft ein Beispiel.
- Wir sprechen über etwas Wichtiges.
Hier siehst du, wie Nominalisierungen mit Präpositionen verwendet werden.
Nominalisierungen in formellen Texten
Warum sie dort oft vorkommen
In formellen Texten klingt die Sprache oft sachlicher. Darum benutzt man dort viele Nominalisierungen.
Beispiele:
- die Anmeldung
- die Entscheidung
- die Prüfung
- die Information
- die Teilnahme
Diese Wörter kommen oft in Briefen und offiziellen Texten vor.
Beispiele im Satz
- Die Anmeldung ist bis Freitag möglich.
- Die Entscheidung kommt nächste Woche.
- Die Prüfung der Unterlagen dauert zwei Tage.
- Die Information der Teilnehmenden erfolgt per E-Mail.
- Die Teilnahme ist kostenlos.
So klingt der Satz formeller und sachlicher.
Nominalisierung und einfache Sätze vergleichen
Verbalstil und Nominalstil
Oft kann man dieselbe Aussage mit Verben oder mit Nomen ausdrücken.
Beispiele:
- Wir prüfen die Unterlagen. → Die Prüfung der Unterlagen erfolgt heute.
- Wir melden uns an. → Die Anmeldung ist jetzt möglich.
- Wir informieren alle Personen. → Die Information aller Personen erfolgt morgen.
Die Form mit Nomen klingt oft formeller.
Warum das für B2 wichtig ist
Auf B2-Niveau soll man solche Unterschiede verstehen. Du musst nicht immer selbst sehr kompliziert schreiben, aber du sollst die Strukturen erkennen und richtig benutzen können.
Typische Nominalisierungen mit Endungen
Häufige Nomen aus Verben
Manche Nominalisierungen sind nicht einfach „das + Infinitiv“, sondern haben eine eigene Endung.
Beispiele:
- entscheiden → die Entscheidung
- entwickeln → die Entwicklung
- ändern → die Änderung
- einladen → die Einladung
- anmelden → die Anmeldung
Diese Wörter sollte man einzeln lernen.
Beispiele im Satz
- Die Entscheidung war nicht leicht.
- Die Entwicklung ist interessant.
- Es gab eine wichtige Änderung.
- Die Einladung kam gestern.
- Die Anmeldung ist einfach.
Diese Nomen sind sehr gebräuchlich.
Typische Fehler bei Nominalisierungen
Kleinschreibung statt Großschreibung
Das ist ein sehr häufiger Fehler.
- falsch: das lernen ist wichtig
- richtig: Das Lernen ist wichtig.
- falsch: ich habe etwas schönes gesehen
- richtig: Ich habe etwas Schönes gesehen.
Nominalisierte Formen schreibt man immer groß.
Den falschen Artikel benutzen
Bei nominalisierten Adjektiven ist der Artikel wichtig.
- richtig: das Gute
- richtig: ein Bekannter
- richtig: etwas Neues
Man muss auf die Form achten.
Verb und Nomen verwechseln
Oft sieht ein Wort fast gleich aus. Der Satz zeigt dir, ob es ein Verb oder ein Nomen ist.
- Wir lernen Deutsch. → Verb
- Das Lernen von Deutsch ist wichtig. → Nomen
- Das ist wichtig. → Adjektiv
- Das Wichtige steht im Text. → Nomen
Der Kontext hilft dir beim Verstehen.
Kurzer Lesetext
Im Deutschkurs spricht die Lehrerin heute über Nominalisierungen. Sie erklärt, dass man viele Verben und Adjektive im Deutschen in Nomen umwandeln kann. Zuerst schreibt sie Beispiele an die Tafel: lernen – das Lernen, lesen – das Lesen, gut – das Gute, neu – das Neue. Danach lesen die Lernenden einige Sätze. Beim Lernen hilft Ruhe. Nach dem Lesen besprechen sie den Text. Das Wichtigste ist dabei das Verstehen der Struktur. Später zeigt die Lehrerin auch formelle Beispiele wie die Anmeldung, die Entscheidung und die Information. Die Lernenden merken, dass sie viele dieser Wörter schon kennen.
Wichtige Beispiele aus dem Lesetext
- lernen – das Lernen
- lesen – das Lesen
- gut – das Gute
- neu – das Neue
- Beim Lernen hilft Ruhe.
- Nach dem Lesen besprechen sie den Text.
- Das Wichtigste ist … das Verstehen der Struktur.
- die Anmeldung, die Entscheidung und die Information
Einfache Dialoge
Dialog im Unterricht
A: Was ist eine Nominalisierung?
B: Ein Verb oder Adjektiv wird zu einem Nomen.
A: Hast du ein Beispiel?
B: Ja, lernen wird zu das Lernen.
Dialog über Adjektive
A: Was ist ein nominalisiertes Adjektiv?
B: Zum Beispiel das Gute oder etwas Schönes.
A: Also schreibt man es groß?
B: Ja, genau.
Dialog über den Alltag
A: Was machst du nach dem Essen?
B: Nach dem Essen gehe ich spazieren.
A: Und beim Lernen?
B: Beim Lernen höre ich oft keine Musik.
Dialog über formelle Sprache
A: Warum steht dort die Anmeldung und nicht wir melden uns an?
B: Weil der Text formeller klingt.
A: Ach so.
B: Ja, das ist typisch für Nominalstil.
Wortschatz zum Thema Nominalisierungen
- die Nominalisierung = ein Wort wird zu einem Nomen
- das Nomen = ein Hauptwort
- das Verb = ein Tunwort
- das Adjektiv = ein Eigenschaftswort
- die Großschreibung = Schreiben mit großem Anfangsbuchstaben
- der Nominalstil = Sprache mit vielen Nomen
- formell = offiziell und sachlich
- sachlich = ruhig und neutral
- die Eigenschaft = etwas, das ein Wort beschreibt
- die Handlung = etwas, das man tut
Nützliche Satzmuster
Mit nominalisierten Verben
- Das Lernen …
- Das Lesen …
- Das Schreiben …
- Beim Lernen …
Beispiele:
- Das Lernen ist wichtig.
- Das Lesen macht mir Spaß.
- Das Schreiben fällt mir schwer.
- Beim Lernen brauche ich Ruhe.
Mit nominalisierten Adjektiven
- Das Gute …
- Das Neue …
- etwas Schönes …
- nichts Wichtiges …
Beispiele:
- Das Gute daran ist die Ruhe.
- Das Neue ist interessant.
- Ich habe etwas Schönes gesehen.
- Es gibt nichts Wichtiges zu sagen.
Mit formellen Nomen
- die Anmeldung …
- die Entscheidung …
- die Information …
- die Prüfung …
Beispiele:
- Die Anmeldung ist bis Freitag möglich.
- Die Entscheidung kommt morgen.
- Die Information erfolgt per E-Mail.
- Die Prüfung der Unterlagen dauert zwei Tage.
Kleine Schreibhilfe
- Das Lernen …
- Das Lesen …
- Beim Lernen …
- Nach dem Essen …
- Das Gute …
- Das Wichtige …
- etwas Schönes …
- nichts Neues …
- die Anmeldung …
- die Entscheidung …
Mit diesen Grundlagen kannst du Nominalisierungen im Deutschen besser verstehen und richtig anwenden. So lernst du, formellere Texte leichter zu lesen und selbst klarere und genauere Sätze zu schreiben.
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