Im Deutschen gibt es viele Infinitivkonstruktionen, die im Alltag sehr wichtig sind. Mit ihnen kannst du Sätze besser verbinden und natürlicher sprechen. Statt viele kurze Sätze zu benutzen, kannst du mit Infinitivkonstruktionen klar sagen, was du willst, warum du etwas machst, was du nicht machst oder was du anders machst. Das hilft dir im Alltag, im Deutschkurs, bei der Arbeit und in Prüfungen. Auf B1-Niveau solltest du die wichtigsten Satzmuster gut verstehen und sicher anwenden können. In diesem Text wiederholst du typische Satzmuster mit Infinitivkonstruktionen. Du lernst einfache Regeln, viele Beispiele, kurze Lesetexte und kleine Dialoge. So kannst du diese Strukturen Schritt für Schritt besser benutzen.
Was sind Infinitivkonstruktionen?
Eine Infinitivkonstruktion ist eine Struktur mit einem Verb im Infinitiv. Oft steht vor dem Infinitiv das Wort zu.
Einfache Beispiele
- Ich hoffe, bald zu kommen.
- Ich lerne viel, um die Prüfung zu bestehen.
- Er geht weg, ohne etwas zu sagen.
- Sie bleibt zu Hause, statt auszugehen.
Diese Strukturen helfen dir, Sätze klar und kurz zu verbinden.
Warum sind sie wichtig?
Mit Infinitivkonstruktionen kannst du oft besser sprechen und schreiben, weil du nicht immer zwei oder drei kurze Sätze brauchst.
- Einfach: Ich lerne viel. Ich will die Prüfung bestehen.
- Besser: Ich lerne viel, um die Prüfung zu bestehen.
Die wichtigsten Typen im Alltag
Für den Alltag sind besonders diese Infinitivkonstruktionen wichtig:
- um … zu
- ohne … zu
- statt … zu
- Verb + zu + Infinitiv
Diese vier Muster kommen sehr oft vor.
Kurzer Überblick
- Ich lerne, um besser zu werden.
- Ich gehe weg, ohne etwas zu sagen.
- Er schläft, statt zu arbeiten.
- Ich hoffe, bald anzukommen.
Um … zu: Ziel und Zweck
Mit um … zu sagst du, warum du etwas machst oder welches Ziel du hast.
Die Grundregel
- um + Ergänzung + zu + Infinitiv
Beispiele
- Ich lerne jeden Tag, um besser Deutsch zu sprechen.
- Wir fahren früh los, um pünktlich anzukommen.
- Sie spart Geld, um ein Fahrrad zu kaufen.
- Er ruft an, um einen Termin zu machen.
Hier kannst du fragen:
- Warum?
- Wozu?
Zum Beispiel:
- Warum lernst du? – Um besser Deutsch zu sprechen.
Typische Alltagssätze mit um … zu
- Ich nehme ein Wörterbuch mit, um neue Wörter zu verstehen.
- Sie geht früh ins Bett, um morgen fit zu sein.
- Wir üben zusammen, um die Prüfung zu bestehen.
- Er schreibt alles auf, um nichts zu vergessen.
Ohne … zu: etwas passiert nicht
Mit ohne … zu sagst du, dass jemand etwas macht, aber eine andere Handlung nicht macht.
Die Grundregel
- ohne + Ergänzung + zu + Infinitiv
Beispiele
- Er geht aus dem Haus, ohne etwas zu sagen.
- Ich gehe schlafen, ohne das Licht auszumachen.
- Sie arbeitet weiter, ohne eine Pause zu machen.
- Wir fahren los, ohne lange zu warten.
Hier kannst du oft fragen:
- Was passiert nicht dabei?
Typische Alltagssätze mit ohne … zu
- Ich lese den Text, ohne alles zu verstehen.
- Er geht zur Arbeit, ohne zu frühstücken.
- Wir gehen weg, ohne uns zu verabschieden.
- Sie spricht im Kurs, ohne Angst zu haben.
Statt … zu: eine Handlung ersetzt eine andere
Mit statt … zu sagst du: Jemand macht nicht Handlung A, sondern Handlung B.
Die Grundregel
- statt + Ergänzung + zu + Infinitiv
Beispiele
- Er sieht fern, statt zu lernen.
- Sie geht zu Fuß, statt mit dem Bus zu fahren.
- Ich lese ein Buch, statt fernzusehen.
- Wir bleiben zu Hause, statt auszugehen.
Diese Struktur zeigt einen Kontrast oder eine Alternative.
Typische Alltagssätze mit statt … zu
- Er spielt am Handy, statt seine Hausaufgaben zu machen.
- Sie bestellt Essen, statt selbst zu kochen.
- Wir reden, statt die Übung zu machen.
- Ich bleibe im Bett, statt früh aufzustehen.
Verb + zu + Infinitiv
Es gibt viele Verben, nach denen ein zweites Verb mit zu kommt. Diese Struktur ist im Alltag sehr wichtig.
Häufige Verben
- hoffen
- versuchen
- beginnen
- anfangen
- vergessen
- planen
- vorhaben
- versprechen
- bitten
- sich entscheiden
Beispiele
- Ich hoffe, die Prüfung zu bestehen.
- Sie versucht, pünktlich zu kommen.
- Wir planen, nach Berlin zu fahren.
- Er vergisst, das Fenster zu schließen.
- Ich beginne, mehr Deutsch zu sprechen.
Diese Sätze brauchst du sehr oft im Alltag.
Typische Satzmuster mit hoffen, planen und versuchen
Einige Verben kommen besonders oft vor. Es lohnt sich, feste Muster zu lernen.
Mit hoffen
- Ich hoffe, bald eine Arbeit zu finden.
- Wir hoffen, rechtzeitig anzukommen.
- Sie hofft, mehr Zeit zu haben.
Mit planen
- Ich plane, am Wochenende meine Eltern zu besuchen.
- Er plant, früher aufzustehen.
- Wir planen, zusammen zu lernen.
Mit versuchen
- Ich versuche, jeden Tag Deutsch zu sprechen.
- Sie versucht, ruhig zu bleiben.
- Wir versuchen, das Problem zu lösen.
Trennbare Verben mit zu
Bei trennbaren Verben steht zu zwischen Vorsilbe und Verb.
Beispiele
- Ich hoffe, pünktlich anzukommen.
- Sie vergisst, das Licht auszumachen.
- Wir planen, im Supermarkt einzukaufen.
- Er beginnt, sein Zimmer aufzuräumen.
Das ist ein sehr wichtiger Punkt.
Noch mehr Beispiele
- Ich versuche, früh aufzustehen.
- Sie hat vor, ihre Freunde anzurufen.
- Wir lernen viel, um die Prüfung nicht zu verpassen.
Wichtige Unterschiede zwischen den Mustern
Die Formen sehen ähnlich aus, aber sie haben nicht die gleiche Bedeutung.
Um … zu
zeigt ein Ziel
- Ich lerne, um die Prüfung zu bestehen.
Ohne … zu
zeigt, was nicht passiert
- Ich gehe weg, ohne etwas zu sagen.
Statt … zu
zeigt eine Alternative
- Ich lese, statt fernzusehen.
Verb + zu + Infinitiv
hängt vom ersten Verb ab
- Ich hoffe, die Prüfung zu bestehen.
Wenn du diese Unterschiede verstehst, kannst du sie sicherer anwenden.
Typische Satzmuster im Alltag
Jetzt schauen wir Satzmuster an, die du wirklich oft brauchst.
Über Lernen sprechen
- Ich lerne viel, um die Prüfung zu bestehen.
- Ich versuche, jeden Tag neue Wörter zu lernen.
- Ich lese kurze Texte, ohne jedes Wort zu verstehen.
- Ich spreche im Kurs Deutsch, statt Englisch zu reden.
Über Arbeit sprechen
- Ich plane, morgen früher anzufangen.
- Wir sprechen mit dem Chef, um das Problem zu lösen.
- Er geht nach Hause, ohne seine E-Mails zu beantworten.
- Sie trinkt Kaffee, statt den Bericht zu schreiben.
Über Alltag zu Hause sprechen
- Ich stehe früh auf, um rechtzeitig loszugehen.
- Sie geht schlafen, ohne das Licht auszumachen.
- Wir bestellen Essen, statt selbst zu kochen.
- Ich habe vor, heute mein Zimmer aufzuräumen.
Über Freizeit sprechen
- Ich spare Geld, um im Sommer zu reisen.
- Wir bleiben zu Hause, statt auszugehen.
- Er geht spazieren, ohne sein Handy mitzunehmen.
- Sie hofft, am Wochenende ihre Freunde zu treffen.
Typische Fehler bei Infinitivkonstruktionen
Viele Lernende machen ähnliche Fehler. Wenn du diese Fehler kennst, kannst du besser aufpassen.
Fehler 1: zu vergessen
- Falsch: Ich hoffe, die Prüfung bestehen.
- Richtig: Ich hoffe, die Prüfung zu bestehen.
Fehler 2: zu an die falsche Stelle setzen
- Falsch: Ich versuche, zu das Problem lösen.
- Richtig: Ich versuche, das Problem zu lösen.
Zu steht direkt vor dem Infinitiv.
Fehler 3: falsche Struktur bei anderem Subjekt
- Schwierig: Ich spreche langsam, um du mich zu verstehen.
- Besser: Ich spreche langsam, damit du mich verstehst.
Bei um … zu, ohne … zu und statt … zu ist das Subjekt meistens gleich.
Fehler 4: Komma vergessen
- Falsch: Ich lerne viel um die Prüfung zu bestehen.
- Richtig: Ich lerne viel, um die Prüfung zu bestehen.
Fehler 5: trennbare Verben falsch bauen
- Falsch: Ich plane, zu einkaufen.
- Richtig: Ich plane, einzukaufen.
- Falsch: Sie vergisst, aus zu machen.
- Richtig: Sie vergisst, auszumachen.
Kurze Lesetexte
Lesetext: Im Deutschkurs
Ali lernt jeden Tag Deutsch, um die B1-Prüfung zu bestehen. Er versucht, neue Wörter in Sätzen zu benutzen. Im Unterricht spricht er viel, ohne Angst zu haben. In der Pause redet er oft mit anderen Teilnehmern, statt nur auf sein Handy zu schauen. Zu Hause plant er, jeden Abend ein paar Seiten in einem Buch zu lesen.
Was findest du im Text?
- um die B1-Prüfung zu bestehen
- neue Wörter in Sätzen zu benutzen
- ohne Angst zu haben
- statt nur auf sein Handy zu schauen
- jeden Abend ein paar Seiten in einem Buch zu lesen
Lesetext: Ein Tag bei der Arbeit
Maria kommt früh ins Büro, um in Ruhe arbeiten zu können. Zuerst versucht sie, alle wichtigen E-Mails zu lesen. Danach spricht sie mit einer Kollegin, um ein Problem zu lösen. Später macht sie eine Pause, statt die ganze Zeit am Computer zu sitzen. Am Nachmittag beginnt sie, einen Bericht zu schreiben, ohne sich lange ablenken zu lassen.
Lesetext: Zu Hause
Paul bleibt heute zu Hause, um sich auszuruhen. Er hat vor, früh schlafen zu gehen. Vorher beginnt er, die Küche aufzuräumen. Dann kocht er eine Suppe, statt Essen zu bestellen. Am Abend liest er noch ein wenig, ohne fernzusehen.
Kurze Dialoge
Dialog: Im Kurs
A: Warum lernst du heute so lange?
B: Um die Prüfung zu bestehen.
A: Und was machst du zu Hause?
B: Ich versuche, jeden Abend ein bisschen zu lesen.
Dialog: Bei der Arbeit
A: Warum sprichst du mit dem Chef?
B: Um ein Problem zu lösen.
A: Und warum machst du jetzt eine Pause?
B: Statt weiter am Computer zu sitzen.
Dialog: Zu Hause
A: Was hast du heute Abend vor?
B: Ich habe vor, früh schlafen zu gehen.
A: Und vorher?
B: Ich beginne, mein Zimmer aufzuräumen.
Nützliche Redemittel
- Ich hoffe, … zu …
- Ich versuche, … zu …
- Ich plane, … zu …
- Ich habe vor, … zu …
- Ich lerne, um … zu …
- Ich gehe, ohne … zu …
- Ich mache etwas, statt … zu …
Beispiele mit diesen Redemitteln
- Ich hoffe, bald mehr zu verstehen.
- Ich versuche, jeden Tag zu üben.
- Ich plane, nach Deutschland zu reisen.
- Ich habe vor, am Wochenende meine Eltern zu besuchen.
- Ich lerne viel, um die Prüfung zu bestehen.
- Ich gehe weg, ohne etwas zu sagen.
- Ich lese ein Buch, statt fernzusehen.
Wichtiger Wortschatz
- die Infinitivkonstruktion
- der Infinitiv
- zu
- um … zu
- ohne … zu
- statt … zu
- hoffen
- versuchen
- planen
- vorhaben
- beginnen
- vergessen
- lernen
- verstehen
- aufräumen
- ankommen
- lösen
- sich ausruhen
Tipps zum sicheren Anwenden
- Lerne die wichtigsten Muster als feste Gruppen.
- Frage dich: Geht es um ein Ziel, etwas Fehlendes oder eine Alternative?
- Achte darauf, dass zu direkt vor dem Infinitiv steht.
- Achte bei trennbaren Verben auf die richtige Form.
- Übe mit echten Alltagssituationen aus deinem Leben.
Kleine Lernhilfe
Du kannst dir diese vier Muster merken:
- Ich hoffe, … zu …
- Ich mache etwas, um … zu …
- Ich mache etwas, ohne … zu …
- Ich mache etwas, statt … zu …
Mit diesen vier Mustern kannst du schon sehr viele Alltagssätze sicher bilden.
Übungssätze zum Lernen
- Ich hoffe, die Prüfung zu bestehen.
- Ich versuche, jeden Tag Deutsch zu sprechen.
- Ich plane, am Wochenende meine Freunde zu besuchen.
- Ich habe vor, heute früh schlafen zu gehen.
- Ich lerne viel, um besser zu werden.
- Ich lese den Text, ohne alles zu verstehen.
- Ich bleibe zu Hause, statt auszugehen.
- Sie beginnt, ihr Zimmer aufzuräumen.
- Er vergisst, das Licht auszumachen.
- Wir fahren früh los, um pünktlich anzukommen.
- Sie geht weg, ohne etwas zu sagen.
- Ich lese ein Buch, statt fernzusehen.
Deutsch Lernen & Prüfungen Simulieren – Schritt für Schritt zum Erfolg
Bist du bereit, deine Deutschkenntnisse von den Grundlagen bis zur Fortgeschrittenenstufe zu verbessern? Hier kannst du Schritt für Schritt Vokabeln, Grammatik und alltägliche Kommunikation lernen und gleichzeitig durch realistische Übungsprüfungen testen, wie weit du bist. Mit interaktiven Übungen und Simulationen siehst du sofort, welche Bereiche du verbessern solltest, und bereitest dich gezielt auf echte Prüfungen vor. Lerne auf eine einfache, unterhaltsame und effektive Weise. Starte jetzt deine Deutschlernreise inklusive Prüfungssimulation — klicke hier.
“Benötigen Sie Prüfungsfragen oder Quiz-/Examens-Simulationen für Ihre Website? Ich erstelle interaktive Fragen und Online-Tests nach Ihren Wünschen. Kontaktieren Sie mich jetzt!“

