TCP-Reset-Angriff: Evidence im PCAP und Mitigation

Ein TCP-Reset-Angriff (oft auch „RST Injection“ genannt) zielt darauf ab, eine bestehende TCP-Verbindung abrupt zu beenden, indem ein Angreifer gefälschte TCP-RST-Pakete in den Datenstrom einschleust. In der Praxis äußert sich das als plötzlich abreißende Downloads, „Connection reset by peer“-Fehler, sporadische Abbrüche bei API-Calls oder unerklärliche Session-Resets bei stabiler Netzqualität. Der entscheidende Punkt für Incident Response…

IP Spoofing: Detection und Prevention (uRPF/ACL/BCP38)

IP Spoofing beschreibt das Fälschen der Quell-IP-Adresse in IP-Paketen. Für Angreifer ist das attraktiv, weil sich damit Identitäten verschleiern, Reflexions- und Amplification-DDoS-Attacken auslösen oder interne Vertrauensannahmen umgehen lassen. Gleichzeitig ist IP Spoofing kein exotisches „Hacker-Thema“, sondern eine alltägliche Ursache für schwer nachvollziehbare Incidents: Logs zeigen scheinbar „unmögliche“ Quellen, Firewalls sehen Antworten aus falschen Netzen, und…

DDoS War Room: Kommunikationsstruktur + Pflichtdaten

Ein DDoS War Room ist die zentrale Kommunikations- und Entscheidungszelle, wenn eine Distributed-Denial-of-Service-Attacke (DDoS) die Verfügbarkeit von Services bedroht. In vielen Organisationen scheitert die Abwehr nicht an fehlenden technischen Optionen, sondern an unklaren Zuständigkeiten, widersprüchlichen Updates und fehlenden Pflichtdaten: Wer entscheidet über Scrubbing? Wer spricht mit dem Provider? Welche Metriken gelten als „besser“? Welche Änderungen…

BGP Hijack vs. Route Leak: Unterschiede, Impact und Mitigation

Ein BGP Hijack und ein Route Leak gehören zu den bekanntesten Ursachen für großflächige Störungen im Internet-Routing – und sie werden im Alltag dennoch häufig verwechselt. Beide Ereignisse basieren darauf, dass Border Gateway Protocol (BGP) Routeninformationen zwischen autonomen Systemen (AS) austauscht und Entscheidungen nach Policy und Pfad-Attributen trifft. Der entscheidende Unterschied liegt in der Intention…

Post-DDoS-RCA: Corrective Actions, die wirklich wirken

Eine Post-DDoS-RCA (Root Cause Analysis nach einem DDoS-Incident) entscheidet darüber, ob die nächste Attacke wieder zu hektischem „Feuerlöschen“ führt oder ob Ihre Organisation messbar resilienter wird. Viele Postmortems scheitern daran, dass sie entweder zu technisch (und damit handlungsarm) oder zu allgemein (und damit folgenlos) sind. Wirklich wirksame Corrective Actions sind konkret, priorisiert, testbar und besitzen…

RPKI für Praktiker: Funktionsweise, Nutzen und Implementierungsphasen

RPKI (Resource Public Key Infrastructure) ist für viele Netzbetreiber der pragmatischste Hebel, um BGP-Routing sicherer zu machen, ohne das Internet „neu zu erfinden“. Während klassische BGP-Mechanismen historisch auf Vertrauen und bilateralen Policies basieren, liefert RPKI eine kryptografisch abgesicherte Antwort auf eine zentrale Frage: Darf dieses autonome System (ASN) dieses IP-Präfix überhaupt originieren? Genau hier setzt…

Edge-Filtering-Best-Practices: Von Bogons bis Geo Blocking

Edge-Filtering-Best-Practices sind ein zentraler Baustein, um Netzwerke und Internet-Exposed Services stabil, sicher und kosteneffizient zu betreiben. „Edge“ meint dabei bewusst die äußere Kante Ihres Netzes: Internet-Uplinks, Provider-Übergänge, DDoS-Scrubbing-Anbindungen, CDN-Edges oder Security Gateways, die unmittelbar mit untrusted Traffic konfrontiert sind. Wer am Edge sauber filtert, verhindert, dass offensichtlicher Müll (Bogons, Spoofing, fehlerhafte Routen, scanning-lastiger Noise) überhaupt…

Routing Security fürs Enterprise: Prefix Filtering und Policy Hygiene

Routing Security fürs Enterprise ist längst kein reines Provider-Thema mehr. Moderne Unternehmensnetze hängen an mehreren Upstreams, nutzen MPLS/SD-WAN-Underlays, Cloud-Interconnects, Partneranbindungen und teils sogar eigenes BGP am Edge. In diesem Umfeld reicht „läuft schon“ nicht aus: Ein einzelnes falsch akzeptiertes Präfix, ein zu großzügiges Routing-Policy-Template oder ein fehlender Max-Prefix-Guard kann zu Blackholing, Umwegen, Datenabfluss über unerwünschte…

Hardening-Checkliste L3/L4: Minimum Controls für Public Infrastructure

Eine Hardening-Checkliste L3/L4 beschreibt die minimalen, aber wirkungsvollen Schutzmaßnahmen auf Netzwerk- und Transportebene, die jede Public Infrastructure zuverlässig umsetzen sollte. Gemeint sind dabei Systeme und Übergabepunkte, die direkt oder indirekt vom Internet erreichbar sind: Edge-Router, Transit-Links, Internet-Gateways, DDoS-Mitigation, Load-Balancer, Firewalls, NAT, VPN-Edges und öffentliche Services, die auf L4 (TCP/UDP) exponiert werden. Gerade weil L3/L4-Controls oft…

ICMP Hardening: Wann begrenzen – wann erlauben

ICMP ist eines der am häufigsten missverstandenen Protokolle in Unternehmensnetzen. Viele Security-Teams neigen dazu, ICMP pauschal zu blockieren, weil „Ping“ als Angriffsvektor wahrgenommen wird. Gleichzeitig verlassen sich Betrieb, Monitoring, Troubleshooting und sogar Teile der Pfadsteuerung (Path MTU Discovery) auf bestimmte ICMP-Typen. Genau hier setzt ICMP Hardening an: nicht „alles erlauben“ und nicht „alles verbieten“, sondern…